Wie du die altbackene AIDA-Formel für moderne Blogs benutzen kannst

Attention. Interest. Desire. Action.

Diese Formel wird in jedem Marketing- und BWL Kurs gepredigt. Hast du bestimmt auch schon irgendwo gehört, oder?

Den Grundstein dafür legte Elmo Lewis 1898. Dort beschreibt er den klassischen Verkaufsprozess:

Du bekommst die Aufmerksamkeit deines Kunden. Danach fesselst du sein Interesse. Weckst seine Wünsche. Und führst ihn dann zur gewünschten Handlung.

Alte Schule. Langweilig.

Aber halt, junger Padawan.

Nur weil diese Formel uralt ist, heißt es noch lange nicht, dass sie schlecht ist!

Sie ist nicht nur der beste Freund des Werbetexters, sondern auch für dich als Blogger nützlich.

Wie du Aufmerksamkeit bekommst

Aufmerksamkeit zu bekommen ist der leichte Teil.

Du bekommst sie durch deinen kostenlosen Inhalt. Deshalb musst du wirklich hochwertigen Inhalt erstellen.

Deshalb sage ich immer:

Schreibe Artikel mit mindestens 1.000 Wörtern.

Oft sind solch detaillierte Artikel virale Schleudern. Damit bekommst du noch mal doppelte Aufmerksamkeit.

Aber nicht nur aus der Vogelperspektive macht diese Formel Sinn. Du kannst es auch perfekt auf einen Blogartikel anwenden.

Mit einer verlockenden Überschrift bekommst du die Aufmerksamkeit, weil du ein Versprechen machst.

Ein Versprechen damit dein Leser etwas schneller, besser oder einfacher machen kann.

Deshalb ist es hier der Schlüssel, seine Zielgruppe genau zu kennen. Was interessiert sie? Was sind ihre größten Probleme?

Okay. Gut. Und dann?

Wie du das Interesse hältst

Nachdem du die Aufmerksamkeit geschnappt hast, musst du das Interesse halten.

Für deinen Blog benutzt du dafür E-Mail-Marketing. Da kommt man als smarter Blogger nicht drum herum.

Deshalb solltest du grundsätzlich so viele E-Mail-Formulare wie nur möglich verwenden. Natürlich musst du, wie immer im Leben, die goldene Mitte finden:

Zu viel kann auch nach hinten losgehen.

Mit deinen E-Mail-Abonnenten hältst du über einen längeren Zeitraum kontakt. Du lieferst dauerhaft hochwertige Inhalte in einer persönlichen Art und Weise. Dadurch baust du dir mit der Zeit ein wirklich solides Vertrauensverhältnis auf.

Bei deinen Blogartikel ist es so, dass du das Momentum nicht verlieren darfst. Du hast mit deiner Überschrift die Aufmerksamkeit bekommen. Gut.

Jetzt musst du diese halten. Liefere deshalb erste Anzeichen deines Versprechens und leite deinen Leser langsam in die Geschichte ein.

Wenn du es nicht schaffst, die Aufmerksamkeit zu halten, dann verlässt dein Leser deinen Blog wieder … und kommt vielleicht nie wieder zurück.

Wie du Wünsche weckst

Werbetext-Legende Eugene Schwartz sagt, dass man keine Wünsche erzeugen kann. Man kann sie nur wecken oder kanalisieren.

Ich kann nicht machen, dass du dir etwas wünschst. Aber ich kann einen tiefen Wunsch, den du bereits besitzt, wecken.

Mit deinem Blog musst du hier den Wunsch nach deinem Produkt oder deiner Dienstleistung wecken.

Aber das machst du nicht in deinem Blog. Dafür gibt es einen besonderen Ort: deine Landing Page.

Eine Landing Page ist eine einfache Seite, die nur ein Ziel hat: eine Handlung. In der Regel der Klick auf den Kaufen-Button! 😉

Auf dieser Landing Page sitzt ein Verkaufstext. Und dieser muss die Wünsche kanalisieren.

Du musst beschreiben, wie das Leben mit deinem Produkt aussieht. Dein Leser muss das Bild vor seinem geistigen Auge sehen.

Erzähle dafür z. B. Geschichten und Erfahrungen aus deinem Leben. Oder benutze Case Studies von deinen Kunden.

Und wie ist es bei einem Blogartikel?

Da ist es sehr ähnlich. Da hängt alles von deinem Ziel ab:

  • Möchtest du, dass der Leser auf eine Landing Page geleitet wird?
  • Möchtest du, dass der Leser deinen Blog abonniert?
  • Möchtest du, dass der Leser dich anruft?
  • Möchtest du, dass der Leser kommentiert?

Was ist das Ziel deines Blogartikels?

Eine Handlung und Emotionen gehen immer Hand in Hand. Erzähle deshalb eine Geschichte, die die Emotionen anspricht.

Ein gutes Beispiel ist mein Artikel mit den 5 fundamentalen Fehlern von deutschen Bloggern. Dort habe ich ein bestimmtes Thema kritisiert und dadurch bestimmte Emotionen angesprochen. Das ist der Grund, warum er so erfolgreich war.

Der Leser wollte nicht zur Gruppe der Blogger gehören, die diese fünf Fehler machen. Und das hat er mit einer Handlung bewiesen.

Wie du eine Handlung motivierst

Das ist der schwierige Part.

Aufmerksamkeit zu bekommen ist leicht. Aber diese in Verkäufe zu verwandeln, das ist eine höhere Kunst.

Mit deinem Blog machst du das so wie mit den Wünschen – auf einer Landing Page. Eine Landing Page ist eben genau so gestaltet, damit sie eine Handlung des Lesers motiviert.

Vor allem am Ende machst du eine direkte Handlungsaufforderung:

Du musst ihm genau sagen, was er zu tun hat.

Klingt komisch. Ist aber wirklich so.

Und wenn du alles richtig gemacht hast, dann bekommst du das gewünschte Ergebnis, den Klick auf den Kaufen-Button.

Bei einem Blogartikel ist es wieder ähnlich.

Eine direkte oder indirekte Handlungsaufforderung ist einer der am meisten übersehen Elemente eines Blogartikels. Benutzt du welche?

Auch wenn dein Leser sich nicht auf einer Landing Page befindet, musst du ihm dennoch am Ende direkt sagen, was er zu tun hat.

Ganz nach dem Motto: „Hinterlasse jetzt ein Kommentar“. Oder, wenn es etwas subtiler sein soll, dann stelle eine Frage.

Aber eins hat der gute alte Elmo vergessen. Engagement.

Warum du Engagement nicht vergessen darfst

Du hast hart dafür gearbeitet, dass eine vorher dir unbekannte Person jetzt dein Kunde ist.

Warum also nur einmal etwas verkaufen? Diese Person hat doch noch andere Probleme, die du auch lösen kannst, oder?

Ich hab’s beim Interesse-Teil ja schon kurz angedeutet: Es macht einfach viel mehr Sinn, deinen Kunden langfristig zu binden, anstatt immer wieder nach der AIDA-Formel neue Kunden zu suchen.

In der Regel ist es sechs bis sieben mal teurer, einen neuen Kunden zu akquirieren, als einen „alten“ zu halten.

Deshalb ist Bloggen auch so smart.

Nachdem der Verkauf abgeschlossen ist, bis du immer noch da und erscheinst regelmäßig mit kostenlosen Geschenken.

Du bist immer präsent … und wenn dein Kunde etwas braucht, dass du lösen kannst, dann bist du der erste, an den er denkt.

Aber es geht noch besser.

Wenn du das Engagement nicht nur danach, sondern auch davor schalten würdest, dann macht es noch viel mehr Sinn.

Das würde dann so aussehen:

  • Engangement
  • Attention
  • Interest
  • Desire
  • Action
  • Engagement

Warum? Weil wir in einer digitalen Umgebung leben, in der wenig Vertrauen herrscht.

Deshalb ist es noch besser, wenn du mit deinen potenziellen Kunden vorher interagierst, anstatt direkt zu verkaufen.

Wie gesagt, das ist die größe Stärke eines Blogs. Du baust vorher eine Beziehung zu deinem Leser auf. Und verkaufst erst dann.

Fazit

Auch wenn die AIDA-Formel uralt ist, hat sie heute noch immer Bedeutung wie seit der Erschaffung 1898.

Aber fassen wir noch mal zusammen:

  • Schnappe dir die Aufmerksamkeit mit hochwertigen Inhalten und verlockenden Überschriften.
  • Halte das Interesse mit gutem E-Mail-Marketing und interessanten Einleitungen.
  • Wecke die Wünsche mit einem Verkaufstext, indem du die Emotionen ansprichst.
  • Motiviere eine Handlung, indem du klar und direkt sagst, was dein Leser machen soll.

Und umrande diese Formel noch zusätzlich mit Engagement.

Denn Engagement ist die größte Stärke eines Blogs. Es ist ein Dialog, der niemals aufhört. Und ganz in diesem Sinne:

Hast du dieses Bild mit der AIDA-Formel für deinen Blog und deine Blogartikel schon immer so gesehen?

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20 Kommentare

  • Hey Julia,

    oh sorry! Danke für den Hinweis! Ist in all den Jahren niemandem aufgefallen! :)
  • Hallo Vladislav,
    toller Artikel, der viel Lust macht, mehr hier im Blog zu lesen. Speziell bei Blogartikeln mit dem Ziel, dass die Leser zu einer Landingpage klicken, habe ich so die Erfahrung gemacht, dass das am besten funktioniert, wenn ich eben keine Handlungsaufforderung mache, sondern es einfach nur so als internen Link einbinde und erwähne, was es dort gibt. Generell stimme ich dieser allgemeinen CTA-Mentalität durch aus zu, dass man den Besuchern klar vermitteln soll, was sie tun sollen. Aber es gibt auch Ausnahmen.
    Viele Grüße
    Michael
  • Hi Michael,

    danke dir! War der Link dann direkt im Text eingebunden?
  • Geiler Artikel, Vladi!

    Wie lange hast du daran geschrieben?
  • Hi Raoul,

    thx! Ich tracke meine Zeit nicht so genau. Ca. 4-6 Stunden schätze ich.
  • Heyho Vladi,

    ich hab gerade heute erst einen Artikel zu Landingpages veröffentlicht. :) Wenn ich darf, stelle ich hier mal den Link hin: http://erfolgswolf.de/moege-die-bessere-landingpage-gewinnen-bist-du-besser/

    Du hast das Thema ja hier angeschnitten und gerade auf Landingpages sieht man immer häufiger auch Video-Sales-Letter, die selbst wiederum nach dem AIDA Prinzip aufgebaut werden.

    Auch meine Marketing-Studies müssen sich praktisch mit diesem alten, aber bewährten System auseinander setzen.

    Vielen Dank für deinen Artikel. Da kann ich im Unterricht gleich drauf zurückgreifen :)


    Beste Grüße
    Ralf
  • Hi Ralf,

    danke für den Link! Ist sicherlich hilfreich, nur scheint er im Moment nicht zu gehen.

    Auch wenn AIDA uralt ist, ohne, geht nicht! :)
  • Ich glaub an dir darf sich mein Marketing Lehrer ruhig mal was abschneiden ;)
    Toller Artikel und an AIDA sollte sich jeder halten es ist nun mal ein Grundstein vom Verkauf.
  • Hi Vladimir,

    achja, die Lehrer! ;)

    Jep, ganz genau!
  • Schöner Artikel, um nochmal erinnert zu werden, worum es geht. Wenn man sich so in den eigenen Artikeln vertieft verliert man schnell mal selbst den Überblick, glaube ich.

    Storytelling ist schon die nächste Ebene :D

    Nice one!

    Grüße aus Hamburg
    Dennis
  • Hi Dennis,

    thx! Ich finde mich auch immer im Tunnel wieder ... und vergesse den Blick aufs große Ganze. Da ist so was immer hilfreich.

    Storytelling würde ich in die AIDA-Formel integrieren. Während des ganzen Prozesses erzählst du ja eine Geschichte.
  • Wow, toller Artikel. Wie immer bei dir :)

    Ich muss zugeben, dass ich das ADAC Prinzip bislang nicht kannte. Trotzdem wende ich es zum Teil an, wie du es in deinen Artikeln immer schreibst: hochwertige Artikel, Besucher binden und mit emails halten. :)

    Apropos halten. Veröffentlichst du nun jede Woche 2 Artikel? Oder ist das heute eine Ausnahme?
  • Hi Alex,

    besten Dank! Ja, oft macht man Dinge intuitiv ... lernt dann erst danach von Formeln. Hab ich auch schon öfter gemerkt :)

    Das ist normal. Jetzt war nur ein bisschen Ruhe wegen den Feiertagen, da gab's dann nur E-Mails.
  • Hey, super Artikel. AIDA quasi mal auf das ganze Projekt bezogen, statt auf einzelne Texte. Gerade den zur "Action" ist nicht so einfach. Zum einen muss der Leser bis dahin kommen. Zudem ist es schön wenn es klappt ihn zur Handlung zu motivieren. Selbst wenn es "nur" ein Kommentar, Like oder ähnliches ist. Spannend fände ich ähnliches mal mit dem Thema Storytelling. Wie stark Du das ein, bei Texten im einzelnen und insgesamt auf den Affenclan und das Affenblog bezogen?
  • Hey Jan,

    danke dir! In dem Artikel beziehe ich es ja auf den Blog und auf einzelne Blogartikel. Die Formel ist ja schön universell anwendbar.

    Ja, genau, eine Handlung zu bekommen, das ist der schwere Teil. Aber mit einem guten Blog sollte das auch gut klappen.

    So stark fokussiere ich mich noch nicht auf Storytelling. Einzelne Artikel versuche ich immer mit einer Story einzuleiten oder mit persönlichen Anekdoten zu würzen. Und auf den ganzen Blog bezogen, achte ich von Anfang an auf meine Geschichte. Aber das Coole am Thema Storytelling ist ja, dass wir alle jeden Tag Geschichte schreiben. Da wo wir herkommen ... und da wo wir gerade sind, das ist unsere Geschichte. Wir können also gar nicht anders :)

Was denkst du?