Wie ich noch einen Blogartikel schrieb, der diesmal 1.195 Shares bekam

Anders als bei dem Post mit den 35 deutschen Bloggern, wollte ich mit dem Post über die 5 fundamentalen Fehler von deutschen Bloggern keine große Aufmerksamkeit erzielen.

Dieser Post lag mir einfach am Herzen. Ich schleppte diese Gedanken monatelang mit mir rum. Sie mussten raus.

Ich wollte also keine Aufmerksamkeit. Ich wollte Veränderung.

Das Interessante ist auch, dass dieser Artikel ganz anders aufgebaut ist. Es ist kein Round Up Post.

Dennoch war er viel erfolgreicher. Warum?

Wegen diesen fünf einfachen Gründen.

1. Es war ein ernstes Problem in der Blogosphäre

Wenn du dir die Kommentare anschaust, dann siehst du schnell, dass nicht nur ich diese Gedanken hatte, sondern jeder Zweite.

Tief im inneren haben viele Blogger darüber nachgedacht. Viele hatten das Problem. Es hat sie wirklich frustriert.

Was hab ich also gemacht?

Ich habe es öffentlich ausgesprochen.

Menschen sind emotional. Emotionale Inhalte verbreiten sich besser. Die Message war emotional und wichtig. Deshalb musste sie gesagt werden.

Das Bedürfnis für diese Veränderung hat automatisch für ordentlich Aufmerksamkeit gesorgt. Das ist der ausschlaggebende Grund in dieser Geschichte.

Lektion für dich: Wenn möglich, schreibe ab und zu Artikel über Themen, die deinen Leser tief im inneren frustrieren. Dinge, über die alle denken, aber die niemand ausspricht. Schreibe Artikel, die den Status quo herausfordern.

2. Es war ein negativer Blogartikel

Ich habe gute und schlechte Neuigkeiten. Welche möchtest du zuerst hören?

Die Schlechte?

Dann bist du in guter Gesellschaft. Das wählen die meisten Menschen. Warum?

Weil negative Dinge stärker unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen als Positive.

Das belegen auch hunderte wissenschaftliche Studien. Clifford Nass, Professor an der Stanford University, sagt auch:

Negative Emotionen erfordern mehr Denkkapazität und werden gründlicher verarbeitet als Positive.

Das geht bis auf die Steinzeit zurück. Früher musste uns unsere Angst vor Gefahr schützen. Dieses Prinzip brauchen wir so nicht mehr. Aber es ist immer noch da.

Wenn dein Leser eine negative Überschrift liest, dann bekommt er Angst. In diesem Fall hatte er Angst, diese Fehler zu machen. Niemand macht gerne Fehler. Und deshalb schauen wir näher hin … und lesen den eigentlichen Text.

Lektion für dich: Merke dir, dass negative Dinge stärker die Aufmerksamkeit auf sich ziehen als Positive. Aber übertreibe damit nicht. Sorge für einen ausgewogenen Content Mix.

3. Es war ein List Post

Listen sind standard, langweilig und niemand liest sie, richtig?

Falsch.

Okay, es gibt viele schlechte List Post. Aber als Leser des affenblogs solltest du verstanden haben, dass du nur hochwertige List Posts erstellen solltest.

Denn ein List Post an sich ist weder gut noch schlecht. Es ist ein Grundgerüst. Und Grundgerüste sind immer neutral.

Wenn ich mir diese 100 guten Überschriften anschaue, die fast 100 Jahre alt sind, dann laufen mir einige Listen über den Weg.

List Posts gab es schon vor Ewigkeiten. Und wird es auch noch Ewigkeiten geben. [Jetzt twittern]

In diesem Artikel zum Thema virale Blogartikel habe ich eine Studie vorgestellt. Ergebnis war, dass Listen auf Platz 2. (gleich hinter Infografiken) waren. Aber warum funktionieren sie so gut?

4 Gründe, warum List Posts funktionieren:

  1. Es gibt keine Bösen Überraschungen – Deine „List Post“-Überschrift liefert ein spezifisches Versprechen. Dein Leser weiß sofort, was ihn erwartet und was für ihn drin ist.
  2. Sie sind scannerfreundlich – Dein Leser liest nicht. Er scannt. List Posts sind mithilfe von Zwischenüberschriften in kleine Häppchen aufgeteilt und daher leicht zu scannen.
  3. Sie sind leicht zu konsumieren – Weil es kleine Häppchen sind, sind sie auch leicht zu konsumieren. Meistens besteht der eigentliche Text nur aus einem kurzen Absatz, den man schnell verinnerlichen kann.
  4. Sie gehören zur menschlichen Natur – Wir Menschen organisieren gerne Dinge. Und noch lieber haben wir es, wenn jemand anderes für uns diese harte Arbeit abnimmt. Listen kreieren auch Ordnung in einer chaotischen Welt. Das gibt uns auch noch mal eine gewisse Sicherheit.

Ironischer weise war diese Auflistung ein kleiner List Post. Und ich wette mit dir, er hat deine Aufmerksamkeit gepackt.

Lektion für dich: Hör auf zu denken, dass List Posts ausgelutscht sind. Sie funktionieren und sind erprobt. Packe sie unbedingt in deinen Content Mix.

4. Es war ein indirekter „Wie du“-Blogartikel

Wenn du dir die Kehrseite des Artikels anschaust, dann ist es ein einfacher „Wie du“-Artikel.

Es war ein List Post … und gleichzeitig eine Anleitung, wie du es richtig machen musst.

Ganz nach dem Motto: Mache diese Fehler nicht und du wirst erfolgreich sein.

Lektion für dich: Dramatisiere nicht nur mit deinem Inhalt, sondern löse immer ein Problem und liefere Mehrwert. Das ist die erste Regel des affenblogs.

5. Er war leserfreundlich formatiert

Ich habe schon erwähnt, dass List Posts leserfreundlich formatiert sind. So wie alle meine Artikel, hatte der Artikel auch:

  • Kurze, knappe und einfache Sätze.
  • Reichlich Zwischenüberschriften.
  • Viele kurze Absätze.

Diese drei Dinge sehen auf den ersten Blick unscheinbar aus. Aber sie tragen einen erheblichen Teil dazu bei, dass sich deine Blogartikel viral verbreiten.

Denn wenn dein Text nicht einladend formatiert ist, dann bekommst du niemals die Besucher und Shares, die du dir wünscht.

Lektion für dich: Formatiere deinen Text leserlich. Gewöhne dir an, kurze, knappe und einfache Sätze zu schreiben. Benutze reichlich Zwischenüberschriften. Und achte darauf, dass du viele kurze Absätze benutzt, die immer nur eine Idee wiederspiegeln.

Fazit

An dem Post mit den 35 deutschen Bloggern und den 5 fundamentalen Fehlern von deutschen Bloggern sehen wir, dass solche Artikel ziemlich gut ankommen.

Es sind keine einfachen Blogartikel. Es sind Events. Es sind ernste Probleme, die nach einer Veränderung schreien.

Schreibe also Artikel, die größer sind als du selbst. Dann bekommst du auch die Aufmerksamkeit, die du verdienst.

Was denkst du? Warum hat der Artikel so gut funktioniert?

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25 Kommentare

  • Hi Vladi,

    ich glaube auch, dass die Emotionen des Artikels eine große Rolle gespielt hat.

    List Posts funktionieren auch immer gut. Du hast mich gerade daran erinnert, dass ich sie für meinen neuen Blog einsetzen könnte :-D

    MFG Philipp
  • Danke für Deinen großartigen Beitrag. Sehr Interessant, wie immer.
  • Da könnte ich doch glatt einen Negativ-Post verfassen, wenn du das schon so ansprichst. Welcher Titel wäre da gut?

    "Warum mich der Affenblog nervt"? ;)

    Nimm es nicht ernst, quatsch.
    Du schreibst gutes Zeug, die Wahrheit.
    Aber die Art wie du Dinge verpackst bzw. darstellst wird sehr schnell nervig.
    Geht man in die Übersicht fängt es jedes mal gleich an. Satz für Satz nicht ganz und nicht halb angesprochen und zum Schluss die Aufforderung.

    "Lass mich dir mehr erzählen." oder "Hier ist es!" - das wirkt sehr gestellt. So richtig... ich weiß auch nicht. Sorgfältig abgezählt und technisch. Wie nach Anleitung aus einem Buch einfach umgesetzt, wie ein Roboter.

    Verstehst du was ich sagen will? Ich versteh's schon selbst nicht mehr.

    Die Beiträge von dir, die viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Dahinter steckt ein Mensch, das merkt man. Beim Rest kommt nichts persönliches zwischen den Zeilen durch. Als wüsste man nicht wer da überhaupt schreibt und warum.

    Hm.

    Ich wünsch dir einen schönen Abend :)
    Es sind bloß meine Gedanken. Sei mir nicht böse!
  • Hallo Alexandra,

    hehe, danke dir! ;)

    Jeder Texter hat eine regelmäßige Vorgehensweise. Aber ich verstehe was du meinst. Ich versuche das in Zukunft zu berücksichtigen!
  • Ja, zu viel negatives ist aber auch nicht gut, ein guter Mix ist das A und O. Am besten ködert man die Menschen mit
    einem negativen Blogpost und danach gibt man ihnen Streicheleinheiten mit positiven Artikeln, sodass die Menschen
    den Blog öfter besuchen.
  • Hi Vladi,

    du hast recht mit den Emotionen! Dein Artikel traf jeden (deutschen Blogger) mitten ins Herz.. oder in den Magen. Aber egal wo... jeder hatte auf einmal eine Meinung, die er äussern wollte.
    Und diese 5 Fehler sind einfach typisch Deutsche Verhaltensweisen. Du hast die Klisheés/Vorurteile angesprochen und den kontrast dargestellt. Es war nötig.
    THX!
    -melli
  • Hi Melanie,

    ja, genau. Schön gesagt! :)
  • Hi Vladi,

    danke! Saucooler Artikel. Und ja, du hast Recht.

    Das Gehirn nimmt negative Botschaften wichtiger als die positiven. Schließlich muss es unser Überleben sichern und den Säbelzahntiger frühzeitig erkennen :-).

    Wenn ich über's Scheitern schreibe, bekomme ich viel mehr Feedback, Kommentare und Shares, als bei den positiven Beiträgen.

    Und wir können immer aus allem lernen.

    Herzlichst
    Melanie
  • Hi Melanie,

    danke dir! Hehe, ganz genau!

    Wichtig ist nur, dass man auf einen gesunden Mix achtet.
  • Hallo Vladi,

    danke für die tolle Analyse.

    Leider muss ich Dir bei jedem Punkt recht geben. Leider, denn bei Punkt 2 wäre es mir andersherum lieber. Doch es ist so und gerade diese Thematik gebe ich auch gerne an die Coaches, die ich coache weiter, wenn sie gerade ihre Website und/oder ihre Texte formulieren.

    Viele Coaches kommen aus ihren Coachingausbildungen und wissen, dass es sehr viel Sinn macht, das eigene Leben & die Dinge die geschehen, in einem positiven Licht zu sehen. Lösungsorientiert. Aufhören zu Jammern. Machen. Lachen. Nach vorne schauen und nur hin und wieder zurück. All das.

    Und das versuchen sie dann auch ihren Kunden zu vermitteln. Direkt am Anfang. Auf der Startseite. "Ich biete diese Lösung und ihr Leben wird so und so". Die Lösung anzubieten ist sicherlich sinnvoll. Das Problem (eine Angst oder eine spezifische Sorge) dabei trotzdem zu erwähnen ist - nach meiner Erfahrung - mehr als nur hilfreich. ;-)

    Ich will sicherlich auch keinen Blog der problemorientiert oder negativ rüberkommt. Die Menschen da abzuholen, wo sie nun mal stehen und dabei "gut gelaunt" zu bleiben ist eine feine Kunst. Eine, die Du auch meisterlich beherrscht.

    Liebe Grüße
    Christina
  • Hi Christina,

    ja, das ist immer ein Hin-und-Her: Lösungen liefern, aber auch auf die Probleme, Ängste und Sorgen eingehen.
  • "Wie ich mich mit jedem Post, der ein paar Shares hat, selbst beweihräucherte, ohne dass es jemand merkte"

    Das wäre doch mal ein klasse Artikel ;) Sorry für die harsche Kritik. Aber ich hab doch nicht Deinen Newsletter abonniert, um ständig solche Artikel zu lesen. Die 5 Fehler habe ich gelesen, aber das ist absolut nichts neues. Und 1.000 Likes sind für einen etablierten Blog auch nicht übermäßig viel. Ich würde mir mal wieder einen Artikel mit etwas mehr Innovation wünschen.
  • Hi Mirko,

    danke für die Kritik, ist aufgenommen! ;)

    Ob es in Deutschland schon wirklich etablierte Blogs gibt, wage ich zu bezweifeln. Aber danke für das Kompliment!
  • Meiner Meinung nach geht es NIE darum, etwas neues oder besonders innovatives zu posten. Wenn alle doch schon so genau wissen, wie der Hase läuft, warum macht es dann kaum einer?
    Es geht immer um wichtige Wahrheiten, die in verdaulichen Häppchen dem Publikum dargereicht werden. Und je öfter man ein wichtiges Thema in anderen Worten verpackt oder auch mal aus anderen Perspektiven beschreibt, desto besser wird es vom Gehirn erfasst und verankert. :)
  • Glückwunsch, Vladi! Du hast Dir diese Aufmerksamkeit mehr als verdient - durch exzellenten Content! :)
  • Hey Mark,

    danke dir mein Bester!
  • Der Post wird mit Sicherheit auch aus diesen Gründen so gut angekommen sein, ABER ich glaube einfach, dass die Theamtik vielen schon lange auf den Nägeln brennt. ich bin sicher, dass viel mehr Blogger gerne mit anderen kooperieren würden, sich aber z.B. nicht mal trauen nachzufragen, weil sie auf Kommentare schon keine Antwort bekommen und so zieht sich diese Negativspirale immer weitere. Du hast mit dem Post den Nerv der Zeit getroffen und er ist wie eine kleine Bombe durch das komplette Internet geflogen :)
  • Hi Jenny,

    jep, das meine ich ja mit "Es war ein ernstes Problem". Ich habe etwas öffentlich ausgesprochen, worüber viele nur still Gedacht haben.
  • Hi Vladislav ,

    Schöner Artikel, der nochmals deinen Erfolg aufzeigt. Ich denke mit den fünf Punkten liegst du auch komplett richtig.

    Negative Themen kommen besser an. Habe ich gestern erst selbst erlebt.

    Mach weiter so!

    Cheers,

    Eduard
  • Hi Eduard,

    danke dir! Es ist halt immer super schwer so etwas zu analysieren, weil da einfach unzählige Kleinigkeiten eine Rolle spielen. Aber im Groben lag es wirklich an diesen fünf Punkten.

    Nur negative würde ich nicht gehen. Aber ab und zu ist das schon ganz in Ordnung.
  • Hallo Vladi,

    Vor allem denke ich, dass bei deinem Artikel der positive Grundgedanke enorm wichtig war. Du hast alle aufgefordert mehr zu kooperieren und damit sich selbst und anderen zu helfen - solche Botschaften tragen wir alle gern in die Welt hinaus.
    Vielen Dank für den interessanten Einblick!

    Viele Grüße,
    Jannes
  • Hi Jannes,

    jup, genau! Positive Emotionen sind wichtig (und verbreiten sich auch besser als Negative).

Was denkst du?