Wie du Geschichten erzählst, die dir Besucher, Abonnenten und Verkäufe bringen

Du willst einen spannenden Blog betreiben?

Einen Blog, der Besucher in Scharen zu dir strömen lässt, der Leser an dich bindet und deine Verkäufe steigert?

Dann kommst du um eine Sache nicht herum: dem Storytelling. Dem guten alten Geschichtenerzählen.

Wir Menschen wachsen mit Geschichten auf. Geschichten berühren uns emotional.

Wenn wir älter werden, ändert sich die äußere Form der Geschichte und statt Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen sehen wir uns Actionfilme im Kino an.

Aber im Grunde bleibt alles beim Alten: Es gibt ein Problem, es gibt eine Heldin oder einen Helden und der oder die muss das Problem jetzt lösen.

Klingt ziemlich einfach, oder?

Einfach, ja. Aber auch effektiv. Denn Geschichten kommen mit ihren (versteckten) Botschaften dahin, wo gewöhnliche Werbung längst weggezappt oder weitergeblättert wird.

Geschichten sind der Heilige Gral für alle, die etwas verkaufen wollen. Sei es nun Limonade, Fernsehgeräte oder die Inhalte deines Blogs.

Lass mich dir deshalb zeigen, warum und vor allem wie du Storytelling optimal einsetzen kannst, um einen spannenderen Blog zu betreiben.

Warum sind Geschichten so wichtig?

Dass schon Höhlenmenschen auf Geschichten abgefahren sind, ist nichts Neues. Und dass Erzählungen auch im sozialen Miteinander eine große Rolle spielen ebenso wenig.

Storytelling ist der ideale Weg, um komplizierte Zusammenhänge einfach zu erklären oder Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben.

Unser Gehirn nimmt die erzählerische Form einer Geschichte besser auf und kann sie daher länger im Gedächtnis behalten. Kein Wunder also, dass sich Menschen Geschichten erzählt haben, seit dem sie miteinander kommunizieren.

Aber warum sind Geschichten besonders im Marketing und in der klassischen Werbung so attraktiv?

Geschichten sind zum einen besonders eindrücklich und wecken in uns Bilder, Gedanken und Erinnerungen an selbst gemacht Erfahrungen oder emotionale Begegnungen.

Zum anderen können sie auf unterschwellige Art und Weise eine positive Stimmung rund um eine Ware, eine Dienstleistung, eine Marke oder einen Inhalt kreieren.

Mithilfe von Storytelling kann ein langweiliges Produkt, wie zum Beispiel eine Waschmaschine … gähn …emotional ansprechend und dadurch auch attraktiver und begehrenswerter für potenzielle Kunden gemacht werden.

Was bedeutet das für deinen Blog?

Ein Blog über Persönlichkeitsentwicklung oder Fitness kann mit cleverem Storytelling Leser und Interessenten anlocken, die vielleicht sonst unbeeindruckt weitergeklickt hätten.

Und wie erzählt man nun Geschichten in einem Blogartikel? Die folgenden vier Tipps helfen dir dabei!

1. Erzähle eine einfache Geschichte

Damit eine Geschichte funktioniert, muss sie verstanden werden. Wir Menschen sind einfach gestrickt:

Versteh ich nicht. Ist doof.

Diese Reaktion lässt sich durch die klassische Erzählstruktur vermeiden: Einleitung, Hauptteil, Schluss.

Wenn du dich an dieses Muster hältst und eine nachvollziehbare Story erzählst, hast du es leichter, deine Leser zu begeistern, da sie deine Botschaft auf Anhieb kapieren.

Eine Geschichte, egal ob wahr oder erfunden, darf ruhig ausschweifend und detailliert sein. Aber der rote Faden sollte immer erkennbar bleiben.

Wenn du mit deinem Blog eine große Geschichte erzählen möchtest (z. B. die Vorbereitung auf einen Marathonlauf), solltest du dir geeignete Kapitel überlegen (z. B. Motivation, Besuch beim Arzt, Anschaffung der richtigen Laufschuhe, Recherche über gesunde Ernährung, erste Trainings, Anschluss an eine Laufgruppe und so weiter).

Du musst spannende Häppchen servieren, wie in einem guten Mehr-Gänge-Menü. Jede Leckerei macht Lust auf mehr!

Vielleicht stehst du auch auf Serien?

Dann kennst du das sicherlich: Du musst eigentlich etwas total Wichtiges erledigen, aber du kannst einfach nicht aufhören und denkst dir am Ende jeder Episode: „Ach, nur noch eine. Dann mache ich aber wirklich Schluss“. Game of Thrones, Grey’s Anatomy, House of Cards, How I Met Your Mother – sie alle machen süchtig.

Denn es gibt eine übergreifende Storyline, die den Zuschauer heiß darauf macht, mehr zu erfahren – Wer zum Teufel ist denn nun die Mutter von Ted’s Kindern?!

Wir alle wollen wissen, wie es weitergeht. Genau das Gleiche musst du auch mit deinen Blogartikeln machen.

2. Erzähle eine spannende Geschichte

Okay, jeder von uns hat schon mal ein Buch gelesen – und sei es nur in der Schule – das sterbenslangweilig war.

Seitenlage Beschreibungen der Landschaft. Eine steinige Sprache, bei der man über jeden zweiten Satz stolpert. Uninteressante Charaktere, die sich mit belanglosen Handlungen aufhalten. Die dich aufhhalten!

Eine gute Geschichte zu erzählen ist nicht einfach. Eine gute Geschichte in einem Blogartikel zu erzählen, kann sogar noch schwieriger sein.

Denn Internetuser leiden unter einem chronischen Aufmerksamkeitsdefizit: Zeit? Immer knapp. Konzentration? Mangelware.

Bei einem Buch oder einer Zeitung geben sich die Leute vielleicht noch ein bisschen mehr Mühe. Aber im Internet?

Klick. Scan. Langweilig. Klick weiter.

Das bedeutet im Umkehrschluss für dich: Deine Geschichte muss von Anfang an knackig und saftig sein. So wie dieses Beispiel von true fruits:

truefruits-1

truefruits-2

Die schaffen es durch kleine Kniffe, die Produktbotschaft spannend, dynamisch und witzig zu inszenieren.

Und zweitens: Es muss Bewegung drin sein. Denn nichts ist enttäuschender als der schlafende Löwe im Zoo. Brüllen soll er, sich auf die Hinterbeine stellen und durch den Käfig jagen!

Wenn deine Story auf der Stelle tritt, ist es keine richtige Erzählung. Deine Geschichte lebt von Entwicklungen.

Nur so kannst du deine Leser fesseln und sie motivieren dranzubleiben.

3. Erzähle eine Geschichte, in der Produkt und Story Hand in Hand gehen

Eine spannende Geschichte ist nur die halbe Miete.

Denn was nützt eine mitreißende Erzählung, wenn sie rein gar nichts mit deinem Angebot zu tun hat?

Richtig. Nada.

Schließlich soll die Geschichte dein Produkt oder deine Dienstleitung möglichst lecker präsentieren und deiner Zielgruppe schmackhaft machen.

Die Story muss darum nicht nur einfach und ereignisreich, sondern auch produktbezogen sein!

Vielleicht kennst du auch das Problem: Man erinnert sich an einen witzigen Werbespot, erzählt es einem Freund … und kann sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wofür der eigentlich war.

Es ging um Autos. Hm, vielleicht BMW? Mercedes? Ist ja auch egal.

Ja, für den Konsumenten schon. Aber fürs Unternehmen nicht!

Das virale Video „First Kiss“ von Tatia Pilieva ist eines der besten Beispiele für erfolgreiches Storytelling, leider ohne klaren Markenbezug:

Genau hier sollten bei dir die Alarmglocken leuten! Denn nichts ist schlimmer als ein auswechselbarer Held, wie es in netten Image-Filmchen häufig der Fall ist – Das Vignete-Roulette lässt grüßen.

Hier bleibt dem Publikum im besten Fall noch der hübsche Clip oder das lustige Bild in Erinnerung, jedoch nicht der Markenname. Du hast also eine nette, kleine Geschichte, ohne Auswirkungen auf das Branding, den Traffic oder die Umsätze.

Genau so funktioniert das nicht.

4. Erzähle eine Geschichte mit einem Bild

Es muss nicht immer der ellenlange Roman sein.

Wer Geschichten erzählen möchte, der braucht nicht einmal Wörter.

Bilder und Fotos haben den Vorteil, dass sie auf den ersten Blick wirken und in einem Bruchteil von einer Sekunde eine ganz eigene Geschichte heraufbeschwören können.

Auf deinem Blog kannst du mit passenden Bildern Emotionen wecken, die Fantasie anregen und auf diese Weise mit Menschen in direkten Kontakt kommen.

Nicht umsonst sagt ein Bild laut Sprichwort mehr als tausend Worte.

Es lässt jedoch auch sehr viel Interpretationsspielraum. Denn Bilder zeigen lediglich einen Ausschnitt und der ihnen zugeordnete Kontext entsteht häufig aus der Fantasie des jeweiligen Betrachters.

Das kann einerseits zu Verwirrung und Verfälschung der Bildbotschaft führen oder aber entscheidender Bestandteil der Geschichte werden:

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Was siehst du hier? 😉

Nicht umsonst werden Bilder auch für psychische Analyseverfahren benutzt, um anschließend die jeweilige Interpretation des Patienten auszuwerten und Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit zu ziehen.

Denn die Geschichte zum Bild fügt sich, basierend auf Erfahrungen, verfügbaren Informationen und ausgelösten Emotionen individuell in den Köpfen der Menschen zusammen.

Das schafft ganz viel kreative Freiheit und damit auch Gesprächsstoff und Diskussionspotenzial.

Und die Moral von der Geschicht …

… ohne Storytelling geht es nicht! 😉

Naja, das stimmt jetzt vielleicht nicht so ganz.

Aber Storytelling macht sowohl dem Konsumenten als auch dem Unternehmen das Leben leichter. So viel ist sicher.

Denn Geschichten schaffen eine emotionale Verbindung zwischen dir und deinem Publikum. Insbesondere dann, wenn es wahre Geschichten deiner Kunden sind. So wie in diesem Beispiel:

Trotzdem hängt am Ende natürlich alles von der kreativen Umsetzung ab. Nur einzigartige, aber glaubwürdig erzählte Geschichten mit einem fesselnden Spannungsbogen und einer zielgruppengerechten Ansprache werden bei deinem Publikum Anklang finden.

Storytelling ist eben kein smarter Hack, sondern die Kunst, ein emotionales Band zu deinen Lesern aufzubauen, das Vertrauen schafft.

Und jetzt bist du an der Reihe: Erzähle uns deine Geschichte.

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13 Kommentare

  • Liebe Fenja,

    ein super schöner Artikel zu einem DER Themen beim Schreiben mit ganz neuen Aspekten und Beispielen. Danke dir.

    Herzliche Grüße
  • Artikeln, in die ich Elemente des Storytellings einbaue, bekommen nachweislich mehr Besucher. Auch als Gastbeiträge kommen sie gut an.
  • Jup, Storytelling geht immer! :)
  • Manch mal geht es auch umgedreht. Ich hatte vor einiger Zeit das Problem, eine schnelle Heizung zu finden. Von Wärmewellenheizung oder Infrarotheizung hatte ich bis dahin nur flüchtig etwas gehört.
    Dann hatte ich gefunden, was ich gesucht habe, und wollte es eigentlich nur auf meinem Blog teilen.
    Herausgekommen ist eine Affiliateseite. Und was wird dort am meisten gelesen: Richtig! "Wie ich zur Infrarotheizung kam". Meine Geschichte.
    Nebenbei macht die Seite inzwischen etwas Geld, aber was das Besondere ist: Ich habe schon einige Emails bekommen von Leuten, die sich auch so eine Heizung zugelegt haben. Und die das System vorher auch nicht kannten, erst durch meine Seite die Vorteile der Infrarotheizung kennengelernt haben, und total begeistert sind.
    Da weiß ich, daß ich etwas richtig gemacht habe.
  • Liebe Fenja,

    ein sehr guter und angenehme zu lesender Blogartikel von Dir. Hast du vielleicht sogar Beispiele von kleinen Unternehmen die mit Storytelling einen guten Erfogl erzielt haben?

    Danke und Liebe Grüße aus Wien,
    Sebastian
  • Danke, ein guter Artikel. Ihr bisher schon sehr schön über das Storytelling geschrieben. Dies ist wieder ein toller Beitrag in dieser „Serie“.
  • Lieber Oliver,

    ich freue mich, dass dir der Artikel gefällt. Und du hast absolut recht: Die Jungs machen auf dem Affenblog einen tollen Job! In diesem Sinne: Macht weiter so Vladi, Walter und Gordon :)

    Liebe Grüße,
    Fenja
  • Neben der Theorie würde mich mal storytelling bei der oben erwähnten Waschmaschine interessieren. Wie würdest du da eine Story drum herum bauen? Ohne jemanden auf die nerven zu gehen, der eigentlich nur ne Waschmaschine kaufen und ein paar Meinungen einholen will.
  • Lieber Johannes,

    erstmal vielen Dank für deinen Kommentar. Du sprichst einen wichtigen Punkt an: Jegliche Inhalte im Netz müssen auf die Suchintention des Nutzers zugeschnitten sein. Wer mit einer Kaufintention in die Suche einsteigt, wird kaum eine umfassende Geschichte lesen wollen, sondern ist viel mehr an Erfahrungsberichten, Preisvergleichen oder Funktionsübersichten interessiert. Mit Storytelling holt man hingegen diejenigen ab, die von einem Informations- oder Unterhaltungsbedürfnis getrieben werden. Eine gut erzählte und gleichzeitig unternehmensrelevante Geschichte kann solchen eher „ziellosen“ Internet-Nutzern ein positives Markenerlebnis bieten, Aufmerksamkeit generieren und so den Brand gezielt in den Köpfen der Menschen platzieren.

    Also muss man sich auch bei einer Waschmaschine fragen: Wo ist eigentlich der emotionale Berührungspunkt zwischen Waschmaschine und Mensch? Das kann zum Beispiel die Kleidung sein, die man darin wäscht und die Erinnerung, die man wiederum mit diesen Kleidungsstücken verbindet. Samsung hat aus dieser Idee beispielweise die Kampagne „First Date“ entwickelt, in der die Geschichte dreier Paare und ihrer ersten Begegnung erzählt wird. Das daraus entstandene Video konnte laut Art Director João Gabriel Gragnani immerhin 4M Youtube-Views generieren…

    Liebe Grüße,
    Fenja
  • Wenn ich im Netz das Bild einer Landschaft sehe, das mich berührt und das mich motiviert es zu teilen, wo ist dann hier der Held im Sinne einer Story mit Anfang, Höhepunkt und Schluss?
    Wann lese ich einen Text? Wenn er mich berührt. Das kann zum Beispiei auch ein Gedicht sein. Rilkes Panther zum Beispiel. Dieses Gedicht raubt dir den Atem, erzählt aber keine Geschichte in dem Sinne, wie es z.B. eine Novelle wie der "Tod in Venedig" tut.
    Du sprichst in deinem Text von Inszenierung. Absolut richtig, eine gute Inszenierung transportiert eine Botschaft, insbesondere unterschwellig. Aber eine Inszenierung ist für mich keine Story. Ich sehe auf einem Plakat einen Brillantring an der Hand einer Frau und den neidischen Blick der besten Freundin. Auch das ist keine Story im klassischen Sinne, allenfalls eine Momentaufnahme aus der du dir die Beziehung der beiden Damen erschließen kannst, mit dem Ring als Trigger, der die andere Lady zur Weißglut treibt.
    Für mich heißt das Folgendes: schreib spannend, schreib überraschend, und bringe einen ungewöhnlichen Gesichtspunkt aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Vergiss das Story-Telling-Bla-Bla und benutze Story-Telling-Techniken dann, wenn es wirklich eine Story zu erzählen gibt.
  • Hallo Andreas,

    ich bin ganz deiner Meinung: Storytelling ist nur dann sinnvoll einsetzbar, wenn es überhaupt etwas zu erzählen gibt. Die Kunst ist es jedoch, genau diese mitteilungswerten Elemente zu finden und ansprechend zu inszenieren. Dabei ist Inszenierung in meinen Augen, genau das, was die Botschaft und die Emotionen transportiert. Egal, ob es sich um Worte oder Bilder handelt. Es geht darum Assoziationen in den Köpfen der Menschen entstehen zu lassen.

    „For sale: baby shoes, never worn“ ist eine der bekanntesten Kurzgeschichten von Ernest Hemingway. Die Geschichte lebt von den Dingen, die ungesagt bleiben und deshalb unsere Fantasie anregen. Genauso kann auch ein Bild funktionieren. Natürlich gibt es gute und schlechte Stories. Der Begriff als solcher ist ja erstmal nicht wertend, aber ich bin ganz bei dir, wenn du sagst, dass gute Stories solche sind, die überraschen. So glaubwürdig, dass sich Menschen damit identifizieren können, aber so einzigartig, dass die Geschichte lesenswert ist. Das ist die Herausforderung dabei.

    Liebe Grüße,
    Fenja

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