Warum du ohne Growth Mindset kein Wachstum mit Inbound Marketing erzielen kannst

Vor einigen Wochen gab ich einen Workshop.

Es war ein Growth Hacking Workshop für Studenten der Naturwissenschaften, die nebenbei ein Startup gegründet haben und von einem Inkubator gefördert wurden.

Wir sprachen über Retargeting.

Falls dir der Begriff nichts sagt: Retargeting ist die Möglichkeit, einen Cookie in den Browser deiner Webseiten-Besucher zu hinterlassen und sie durch Banner an ihren Besuch zu erinnern. Besonders praktisch bei Besuchern, die nach einem Produkt stöberten, aber nicht gekauft haben.

Große Augen starrten mich an. Den Teilnehmern war gerade klar geworden, warum sie von all diesen Bannern verfolgt werden.

Eine Teilnehmerin hielt sich erschrocken die Hand vor dem Mund.

Man sah ihr die moralische Zwickmühle an

„Ich könnte das nicht“, sagte sie.
„Was könntest du nicht?“, fragte ich.

„Mich so zu verkaufen“.
„Du verkaufst nicht dich, sondern dein Produkt.“

„Aber ich will das nicht.“
„Das ist nichts Schlimmes. Das ist Retargeting. Das ist Werbung.“

„Aber das fühlt sich trotzdem komisch an.“
„Ok.“, sagte ich abschließend.

Aber wenn du niemanden von deinem Unternehmen erzählst, wirst du keinen Erfolg haben. Dann kann dein Produkt noch so gut sein. Niemand außerhalb deines Bekanntenkreises wird davon erfahren. Und dann hast du kein Unternehmen, sondern ein Hobby. Was vollkommen in Ordnung ist - aber nicht der Sinn und Zweck, warum wir hier sind. Denn hier geht es um Wachstum.

Diese Unterhaltung war neu für mich.

Normalerweise spreche ich mit Gründern und Marketern, die nach Wachstum geradezu hecheln. Die begierig sind auf neue Strategien, Prozesse und Hacks, um mehr und schneller wachsen zu können. Die man davon abhalten muss, zu viel auf einmal machen zu wollen, da sie sonst in einem unsinnigen Aktionismus verfallen würden.

Manchmal ist weniger mehr

Aber hier hatte ich jemanden vor mir, für den Wachstum kein Muss, sondern eine Option ist.

Daran ist überhaupt nichts Verwerfliches. Im Gegenteil: es zeugt von Rückgrat und Überzeugung, wenn man weiß, was man nicht will. Ebenso wie wenn jemand leidenschaftlich für die Erfüllung seiner ambitionierten Ziele kämpft. Es ist eine Frage der Mentalität. Des Mindsets.

Nehmen wir beispielsweise den von mir sehr geschätzten Blogger und Coach Paul Jarvis, der ein Buch mit dem vielsagenden Titel: „Company of one: why staying small is the next big thing for business“ veröffentlicht hat.

Er hat ein stabiles Einkommen durch den Verkauf seiner Online-Kurse und lebt einen vergleichsweise minimalistischen Lebensstil irgendwo in Westkanada.

Er sträubt sich mit Haut und Haar gegen wirtschaftliches Wachstum, weil er zufrieden mit dem Status quo ist.

Auch ohne Selfies von den Malediven. Oder Videos in einem Lamborghini.

Tatsächlich gibt es nicht wenige Ratgeber, die einen minimalistischen Lebensstil als ein sehr erstrebenswertes Ideal darstellen. Denn je weniger man besitzt, desto weniger Ablenkung hat man im Leben.

Warum?

Wenn ich keine Playstation habe, muss ich mir nicht den Kopf zerbrechen, wie ich genügend Zeit einräume, um Read Dead Redemption 2 zu spielen! 😉

Oder wenn ich nicht alle 10 Minuten ein Live-Video poste, muss ich mich nicht über Trolle und Hater ärgern - und kann mich stattdessen auf die Qualität meines Produkts fokussieren.

Cal Newport schreibt in seinem Bestseller „Deep Work“, dass lange Phasen des konzentrierten und ungestörten Arbeitens Gold wert sind. Denn nur durch absoluten Fokus kann etwas wirklich „Wahres“ von hoher Qualität entstehen.

Aber hier ist die Krux:

Wachstum liegt in der Natur der Menschen

Und zwar im wortwörtlichen Sinne. Denn wir vermehren uns - auch wenn wir nicht mehr genügend Platz und Ressourcen für uns alle auf diesem Planeten haben.

Wir wachsen geistig, indem wir uns ständig neue Herausforderungen suchen. Jede wissenschaftlich relevante Erkenntnis wirft nur noch mehr Fragen auf.

Wir wachsen physisch und jagen immer neuen Rekorden hinterher.

Usain Bolt war nicht damit zufrieden, die 100 Meter ziemlich schnell zu laufen. Er wollte der schnellste Mann der Welt sein.

Michael Jordan ist nicht bekannt dafür geworden, einen Ball meistens durch einen Korb werfen zu können.

Und wir bewundern Maryl Streep nicht dafür, weil sie ganz ordentlich schauspielern kann, sondern weil sie 21 mal für den Oscar nominiert war (und dreimal gewonnen hat).

Auch wirtschaftlich sind wir aktuell auf Wachstum angewiesen, denn Kapitalismus (und sei die Marktwirtschaft auch noch so sozial) funktioniert nicht ohne Wachstum. Wer sein Geld nicht vermehrt, sondern es unter der Matratze liegen lässt, der verlierst sein Vermögen, Cent für Cent. Denn die Staaten drucken immer mehr Geldnoten, was zu einer Wertminderung führt.

Bis auf wenige Ausnahmen haben sich alle Länder diese Welt einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung verschrieben. Und sogar das „kommunistische“ China ist davon abhängig, dass die Wirtschaft beständig wächst - nicht zu sehr, aber vor allem nicht zu wenig.

Ist man also wirtschaftlich aktiv, sollte man Wachstum nicht verfluchen oder sich davor erschrecken. It’s part of the game! 🏀

Denn selbst wenn deine Ziele bescheiden sind und du nur ein kleines Unternehmen mit stabilem Umsatz etablieren möchtest, musst du doch immerhin zu diesem Status wachsen.

„Growth“: Nur ein weiteres Buzzword?

„Growth“ ist ein aktuelles Modewort für Wachstum. Ebenso wie „Hustle“, „Grind“ oder auch „hacken“.

Viele junge Unternehmer nutzen es gerne, um ihre Strebsamkeit trotz etwaiger Widrigkeiten zu veranschaulichen. Man macht sich die Hände schmutzig, man nutzt jede Chance und man verlässt auch gerne die etablierten Pfade, um den Wachstum des eigenen Unternehmens anzukurbeln.

Und auch das Thema meines Buches und Online-Kurses „Growth Hacking“ ist moralisch nicht verwerflich, denn Kreativität und Mut entspricht ebenso dem menschlichen Ideal - solange sich dieses Streben nicht gegen oder zu lasten der Mitmenschen richtet.

Schnelles Wachstum ist nicht ohne Risiko

Auch solltest du Wachstum um des Wachstums willen (das Leitmotiv von Krebs) vermeiden und nicht jedem Kunden hinterher jagen.

Nicht etwa, weil du Gefahr läufst zu scheitern, sondern weil die Kapazitäten oftmals gar nicht ausreichen. Als Coach z.B. ist deine Zeit begrenzt und weil du dich nicht klonen kannst, ist die maximale Anzahl deiner Kunden limitiert.

Aber auch wenn du bspw. Produkte verkaufst, musst du die Lager- und Versandkapazitäten entsprechend der Nachfrage anpassen.

Selbst beim Verkauf eines digitalen Produktes wie bspw. einer App kannst du nicht unbegrenzt wachsen, ohne die Kapazitäten deiner Server und das Personal der IT-Sicherheit oder des Customer Support anzupassen. Diese leidvolle Erfahrung mussten einige Startups machen, die durch einen Auftritt in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ sehr schnell sehr viel Aufmerksamkeit erlang haben.

Aber Growth ist nicht nur Wachstum im quantitativen Sinne - es steht auch für Entwicklung, für qualitatives Wachstum. Und dieses Wachstum sollte von jedem angestrebt werden.

Nicht mehr Kunden, sondern höherpreisige und zufriedenere Kunden. Nicht Wachstum um jeden Preis. Das Leitmotiv und Titel von Grant Cadones Bestseller „The 10X Rule“ ist mit Vorsicht zu genießen. Insbesondere hier in Europa, wo die meisten von uns ein anderes Verständnis von „gesundem Wachstum“ und menschlicher Marktwirtschaft haben.

Bitte nachmachen: Das Growth Mindset

Carol S. Dweck ist Professor für Psychologie an der Stanford University. In ihrem Bestseller „Mindset - Changing The Way You think To Fulfil Your Potential“ beschreibt sie zwei unterschiedliche Mentalitäten: das Fixed Mindset und das - wer hätte das gedacht - das Growth Mindset:

Growth Mindset Infografik

Im Kern geht es darum, das Menschen mit einem Fixed Mindset glauben, dass die Dinge „in Stein gemeißelt“ wären.

Entweder bist du gut im Sport, oder nicht. Entweder du bist schlau, oder nicht. Entweder du bist eine gute Führungspersönlichkeit, oder nicht. „Alles Begabung, Talent und Veranlagung“.

Problematisch wird es dann, wenn Menschen mit diesem Mindset den Erwartungen nicht mehr entsprechen können - seien es die Erwartungen anderer der eigenen. Denn wenn du trotz hoher Begabung scheiterst, bist du in einer Sackgasse.

Für die Menschen mit einem Growth Mindset - um die Worte von T.E. Lawrence aka Lawrence von Arabien zu verwenden - steht nichts geschrieben:

Sie glauben daran, dass sie sich jederzeit verändern können, dass sie wachsen können.

Egal wie gut oder schlecht du in einer Sache bist: durch Lernen und harte Arbeit kannst du jeden Tag ein bisschen besser werden. Dein einziger Gegner ist dein gestriges Ich. Und solange du dieses gestrige Ich überwinden kannst, gewinnst du.

In vielen Studien hat Dr. Dweck bewiesen, dass es nicht nur Menschen mit dem einen oder dem anderen Mindset gibt, sondern dass wir immer wieder zwischen den beiden Mentalitäten wechseln. Je nach Situation.

Vielleicht hast du ein Growth Mindset in Sachen Unternehmertum und zeichnest dich als herausragende Führungspersönlichkeit aus, die der persönlichen Entwicklung der Mitarbeiter oberste Priorität einräumt. Aber sobald es um die Kindererziehung geht, verfällst du vielleicht in das Fixed Mindset und lobst die guten Noten deiner Kinder, statt des Lernprozesses.

Möchtest du also wirtschaftlich erfolgreich sein - und nur du definierst, was „Erfolg“ ausmacht - dann empfehle ich dir ein Growth Mindset. Denn nur damit wirst du langfristig Erfolg haben. Du wirst dich, dein Unternehmen und deine Mitarbeiter weiterentwickeln. Du wirst neue Erfahrungen suchen, dich in unbekanntes Terrain bewegen, du wirst Fehler machen - aber trotzdem ist es die bessere Alternative zum Fixed Mindset.

Denn Wachstum und Weiterentwicklung entsprechen unserem menschlichen Naturell und bringen dich als Individuum und uns als Gesellschaft weiter.

Wie sieht das Growth Mindset im Inbound Marketing aus?

Content Marketing ist kein neues Thema. Laut Google Trends sorgt es in Deutschland seit 2012 für Gesprächsstoff. Und auch das Suchvolumen für Inbound Marketing zog seitdem an.

Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass es mittlerweile Content wie Frühstücksflocken im Regal gibt: zu viel Auswahl und zu austauschbare Inhalte.

Es reicht definitiv nicht mehr aus, einfach Content zu erstellen und damit Erfolg zu haben. Willst du gesehen, gelesen oder gehört werden, musst du dich vom Wettbewerb abheben - und genau da kommt das Growth Mindset ins Spiel!

Du willst einen Content Hub (Blog, Podcast oder Video-Kanal) aufbauen, hast aber noch wenig Erfahrung oder nicht genügend Ressourcen? Denke nicht „Ich kann das nicht“, sondern „Ich kann das noch nicht“ - und lerne, während du es tust. Du wirst nicht gleich beim ersten Mal einen Artikel raushauen, der die Google Charts erobert - aber du wirst mit jedem Artikel ein wenig besser werden. Akzeptiere und genieße die Lernkurve!

Bevor du zu viel Zeit in die Recherche steckst: leg los! Wer nicht anfängst, kann nicht fertig werden. Wenn es beispielsweise um einen Blogartikel geht, kann es dein Ziel sein, einen „shitty first draft“ zu schreiben. Also einen ersten Entwurf, der nicht so gut ist, wie du ihn gerne hättest - aber der komplett ist. Du kannst ihn anschließend überarbeiten. Wichtig ist, dass du dein Projekt auf die Straße bringst und kontinuierlich besser wirst!

Lass dich nicht von einem Experten auf deinem Gebiet einschüchtern oder gar davon abhalten „dein Ding“ zu machen! Der Kuchen ist groß genug. Lass dich stattdessen von seinem bzw. ihrem Erfolg inspirieren! Denn er ist ein Beweis dafür, dass es überhaupt einen Markt gibt.

Ebenso gibt es kein Gesetz, dass dir vorschreibt, wie du deinen Funnel aufbaust oder deine Blogartikel strukturierst - allenfalls empfehlenswerte Richtlinien (wie hier zum Beispiel). Lass deiner Kreativität trotzdem freien Lauf und heb dich durch deinen individuellen Stil vom Wettbewerb ab!

Fazit

Wachstum um des Wachstums willen, sollte nicht dein Leitmotiv sein. Schon gar nicht exponentiell. Nimm dir also die Zeit, deine Ziele in Ruhe zu definieren (und lass dich dabei nicht von anderen beeinflussen).

Nicht jedes Startup möchte das nächste Unicorn werden. Nicht jeder Coach muss ganze Hallen füllen, um das Leben seiner Kunden positiv zu beeinflussen. Nicht jedes Video muss ein viraler Hit werden, um zu funktionieren.

Klar, eine Vision - insbesondere eine unerreichbare - kann die Karotte sein, die du dir selbst vor die Nase hältst, um jeden Tag dein bestes zu geben. Aber wenn du dir auf deinem Weg nicht auch realistische Meilensteine setzt, wirst du nicht lange durchhalten.

Beim Growth Mindset geht es im Kern darum, dass du alles erlernen kannst. Und das nichts in Stein gemeißelt ist.

Deshalb solltest du dir angewöhnen, Dinge einfach auszuprobieren ... und so zu testen, was funktioniert und was nicht. Dadurch wirst du ständig lernen, und somit wachsen. Egal in welchem Bereich.

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17 Kommentare

  • Im Großen und Ganzen geht es ja darum, seine Komfortzone zu verlassen. Ich mache das schon automatisch, seit ich ein Kind bin. Immer neues lernen und Herausforderungen suchen. Worauf ich dabei achte ist, meine Blase zu verlassen, also auch (meist in Buchform) Wissen aus fremden Themengebieten aufzunehmen und Dinge daraus umzusetzen. Dadurch werde ich zwar noch kein Fachmann in diesem Fachgebiet, aber es hilft mir in anderen Bereiche neue Sichtweisen anzuwenden.
  • Hey Thomas,
    wirklich super Artikel! Ich selber habe gerade mit dem Bloggen begonnen und merke, wie ich wirklich Süchtig nach "Growth" werde.

    Freue mich auf weitere Beiträge!

    Gruß
    Moritz
  • Hi! Freut mich sehr, dass dir der Artikel so gut gefallen hat! Wenn du mehr über das Thema lesen willst, empfehle ich dir das Buch, das ich bald gemeinsam mit Vladi veröffentlichen werde: Think Growth! Mehr Infos auf thinkgrowth.de (oder oben in der Box).
  • Offen zu sein ist sehr wichtig, vor allem in unserer heutigen Moderne.
    Viele Aspekte im Business berufen sich auf ein offenes, oder "growth" Mindet.
    Ein sehr guter Beitrag dazu!

    Mit freundlichen Grüßen
    Christoph
  • Ein interessanter Artikel. Ich stimme Dir zu, dass schneller Wachstum nicht ohne Risiko ist. Ich gehe mit Deinem Artikel mit und habe auch die Erfahrung gemacht, dass manchmal weniger mehr ist. In jedem Fall, ist der Wachstum auch wichtig für die eigene persönliche Entwicklung, Motivation und auch ein klein wenig Selbstbestätigung. Gerne lese ich weitere Artikel von Dir und hoffe sehr, dass zahlreiche Folgen werden.
  • Gut geschrieben, keine Frage. Aber wenn ich mal versuche zwischen den Zeilen zu lesen und mir Gedanken über das Geschriebene mache...erkenne ich persönlich keinen wirklichen Mehrwert - möchte niemanden persönlich angreifen! Aber das ist das bereits kommentierte Problem an unserer heutigen digitalen Gesellschaft. Besonders im Marketing. Jeder ist „Experte“ jeder ein „Coach“ und jeder hat ein „digitales Produkt“, das dich für Unsummen auf das nächste Level bringen wird. Und das alles in wenigen Wochen. Der Mehrwert geht dabei aber völlig flöten. Meistens sind das nur verallgemeinerte Phrasen, die ich schon haufenweise irgendwo gehört oder gelesen habe...

    Wie gesagt, schön geschrieben und prinzipiell stimmt das alles. Aber ich bin so schlau wie zuvor...und daher fehlt mir der Mehrwert.
  • Hi Thomas

    Toller Artikel. Interessant, dass wir beide Mindsets haben können. Das hatte ich so noch nie betrachtet.

    Ich gehöre zu den "Slow Growern". Also, wachsen ja, aber nicht im Raketentempo und immer mit der Überlegung, wie viel Wachstum für mich und mein Business passt. Denn, wie du beschrieben hast, kommen mit dem Wachstum neue Aspekte wie z.B. Leute einstellen oder höherer Administrationsaufwand und damit ändern sich auch die eigenen Aufgaben.

    Dank für den Buchtipp von Paul Jarvis, das werde ich mal lesen.

    Viele Grüsse
    Melanie
  • Danke, Tomas, mich motiviert dein Artikel.

    Grundsätzlich habe ich ein 'Growth Mindset', vor allem dann, wenn es um Weiterentwicklung (in Person und Business) geht.

    Aber wenn es um das Verkaufen eines Produktes geht, kommen die Zweifel.

    Ich bin absolut kein Verkäufertyp und diese Momente sind immer eine Herausforderung für mich. Da ist es beruhigend, dass der Erfolg nicht riesig ausfallen muss, sondern das auch ein nächster Schritt schon viel bedeutend ist.
  • Hallo Su!
    Danke für dein positives Feedback - freut mich, dass dir der Artikel zusagt.
    Ich weiß genau, was du meinst: Bei einigen Themen sind wir nicht zu bremsen und bei anderen meldet sich auf einmal das kleine Teufelchen auf der Schulter, der viele gute Gründe dafür kennt, warum wir es gar nicht erst versuchen sollten. Etwas zu verkaufen und/oder sich selbst zu vermarkten, fällt vielen uns (mich eingeschlossen) sehr schwer. Da kann das Reframing helfen: Wenn es nicht zum Abschluss kam oder das Feedback negativ ist (wie z.B. einer der Kommentare hier), dann gab es eben kein "Match". Ist überhaupt nicht schlimm, gehört zum Spiel. Besser man eckt an, als das man beliebig ist.
  • Ein weiterer Coach, Berater und Speaker - wie interessant. Irgendwie nähert sich deren Zahl der Gesamtzahl an Internetnutzern täglich etwas weiter an. Man fragt sich, wer dann irgendwann diese ganzen digitalen Kurse und Coachings noch kaufen soll. Vielleicht bildet sich ja ein ewiger Kreislauf - ein perpetuum mobile von Käufen und Verkäufen, von coachen und gechoacht werden. Naja, wie es auch sei - auf jeden Fall war ich von diesem Blog Besseres gewohnt. Schade.
  • Hey Jeremy-James,

    tut mir Leid, dass dir der Beitrag nicht gefällt.

    Ein wichtiger Punkt, den man nie vergessen sollte: Märkte sind nicht statisch. Sie sind dynamisch. Menschen kommen und Menschen gehen. Deshalb gibt's auch immer Bedarf an Coaches, Beratern und Speakern. Ich persönlich sehe das nicht so eng! 😉
  • Ja, ein paar Wenige sicherlich. Diejenigen, welche auch wirklich etwas Neues (und vor allem Eigenes) zu sagen haben. Die Heerscharen, welche nur das von eben diesen paar Wenigen schon festgestellte in neue Worte (oder eine andere Sprache) packen, um es dann als recht übriges digitales "Produkt" wie E-Book, Kurs, Coaching usw. usf. zu verhökern - diese braucht es eher weniger. Zumindest meiner Meinung nach. Hier fehlt mir einfach die so viel zitierte Leistung. Lesen (und etwas Informationen filtern) kann ich schon selber. Noch zumindest.
  • Hey Jeremy-James,

    ja, schwarze Schafe gibt es überall. Aber Tomas ist ein klasse Typ! 😉
  • Hey Jeremy-James,
    du sprichst einen sehr interessanten Punkt an. Gefühlt gibt es derzeit tatsächlich eine "Coaching"-Schwemme. Was meiner Meinung nach daran liegt, dass immer mehr junge Menschen (mitunter inspiriert von Influencern) dem klassischen Bildungsweg entsagen und stattdessen ein eigenes Unternehmen aufbauen wollen. Es liegt mir fern, das zu bewerten. Aber natürlich sind diese Menschen mangels Erfahrung und Bildung noch leichter durch geschicktes Marketing zu beeinflussen. Und weil diese "Coaches" oftmals populäre Medien wie Instagram und Facebook zur Vermarktung nutzen, erreichen sie auch Menschen wie dich und mich.

    Davon unabhängig ist Training für Einzelpersonen oder Unternehmen keine neue Mode, sondern ein stetig wachsender Bildungsbereich.

    Ich kann nur von mir sprechen: wenn ich Menschen durch Weitergabe meines Wissens helfen oder inspirieren kann, ist das ein wunderbares Gefühl. Manchmal mache ich das kostenlos (z.B. auf Meetups), manchmal verdiene ich damit Geld (z.B. auf offenen Seminaren oder in der Beratung von Unternehmen).

    Und was passiert dann?

    Manche Teilnehmer wollen sich noch weiter mit dem Thema beschäftigen und fragen nach einem Buch. Also gibt es ein Buch.

    Manche wollen nicht lesen. Also gibt es einen Kurs.

    Der Kanal richtet sich nach der Nachfrage.

    Unabhängig vom Medium ist mein Ansatz "dem Guten, Wahren, Schönen" (Platon) zu dienen. Ich versuche meinen Lesern, Zuschauern, Teilnehmern hochwertigen, hilfreichen und unterhaltsamen Content zu liefern. Manchmal gelingt mir das.

    Und ja: Viel von dem, was ich sage ist "nicht auf eigenem Mist" gewachsen. Wie du z.B. dem Quellenverzeichnis unseres Buches entnehmen kannst, haben wie viel von anderen Menschen gelernt (u.a. im Interview mit Vladislav) und zusammen getragen. Ergänzt um unsere eigene Expertise und Meinung. Auch daran sehe ich nichts Verwerfliches, denn (in Deutschland) hatte das vorher noch nie jemand gemacht. Und auch dabei stand der Vorteil für den Leser im Vordergrund: denn nun musste er/sie es nicht mehr selbst recherchieren, sondern hatte alle wichtigen Infos zum Thema an der Hand. Das ist (zumindest in meinen Augen, aber ich mag mich irren) auch ein Mehrwert. Zumindest der Grund dafür, warum ich Bücher kaufe und lese.
  • Perfekt geschrieben.
    Danke für die Betrachtung mit den Mindsets. Das hatte ich so noch nicht im Auge.
    Fast alle Erfolge anderer Menschen standen in ihrem Prozess irgendwann an der Kippe. Durchhaltevermögen und viele Versuche brachten dann den Erfolg. Betrifft nahezu jede Musikband. ACDC wurden zu Anfang in Australien von der Presse fast vernichtet. Only You von den Platters wurde 3 mal erfolglos aufgenommen. Die 4 Aufnahme war ein Welterfolg.
    Es lohnt sich also an den eigenen Zielen festzuhalten und den richtigen Weg dahin zu suchen, zu testen oder einfach nur durchzuhalten.
    Für mich gestaltet es sich aber wie bei der Teilnehmerin. Ich bin begrenzt in meinen Aktionen bezüglich Marketing, weil ich mich als Person sehr stark mit meinen Projekten identifiziere. Damit schwebt immer darüber, dass ich mich verkaufe und nicht das Produkt. Interessanterweise kann ich für andere prima die Werbetrommel rühren. Vielleicht müssen sich zum Start nur die zwei Richtigen treffen und jeweils für den Anderen die Werbung in die Hand nehmen. :)
    Danke für deinen motivierenden Text.
  • Hallo Jürgen!
    Vielen Dank für dein tolles Feedback - das motiviert mich, das Thema weiter zu verfolgen. Ich glaube, vielen Marketern und Coaches geht es so, dass sie ihren Kunden wunderbar helfen können - aber gerne die gleichen Fehler machen oder die gleichen Bedenken haben. Daher wohl auch der Spruch, dass Schuster die schlechtesten Schuhe haben... In dem Fall kann es sich lohnen, sich mit anderen auszutauschen oder selbst einen Coach zu buchen. Mache ich beides übrigens auch und es ist mitunter sehr hilfreich. Viel Erfolg mit deinen Projekten!

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