Funktioniert es wirklich, wenn du deinen Leser zum „Hier klicken“ aufforderst?

Kennst du noch die alten Verkaufstexte, die noch per Post verschickt wurden?

Hier war am Ende der Seite immer ein „Bitte blättern Sie um“ oder „Please turn page“.

Das hier ist ein gutes Beispiel. Auch wenn es etwas „schmierig“ daher kommt.

Diese Aufforderung zum Umblättern war ein Call-to-Action. Das Gegenstück in unserer Online-Welt ist das „Hier klicken“.

Deshalb möchte ich in diesem Beitrag die Frage beantworten:

Bringt es wirklich etwas, wenn ich meinem Leser sage, dass er „Hier klicken“ soll?

Außerdem bringe ich noch eine kleine Studie mit und, wie immer, eine ordentliche Portion Lockerheit.

Also. Worauf warten wir?

Legen wir los.

„Hier klicken“ funktioniert

MarketingSherpa ist eine Forschungseinrichtung, die sich damit beschäftigt, warum manche Dinge im Marketing funktionieren.

Die Webseite sieht zwar nach 1990 aus. Aber die Zahlen sind hochwertig und fundiert! 😉

MarketingSherpa hat einmal ein Experiment durchgeführt, wo sie den Text eines Hyperlinks in einem E-Mail-Newsletter getestet haben.

Ursprünglich war der Text „Hier weiterlesen (Continue here)“, um den Rest des Artikels zu lesen.

Zuerst buddelten sie sich durch verschiedene Newsletter und suchten einen erprobten Text. Danach testeten sie die verschiedenen Texte gegeneinander.

Das Ergebnis der Klickraten sah dann so aus:

  • „Hier klicken, um weiterzulesen (Click to continue)“ – 8,53%
  • „Weiter zum Artikel (Continue to article)“ – 3,3%
  • „Weiterlesen (Read more)“ – 1,8%

Du siehst. „Hier klicken“ ist mit Abstand ganz weit vorne.

Ich verstehe jetzt, wenn du aufschreist und sagst: „Aber das war doch in einer E-Mail!“. In diesem Fall sind E-Mail und Web aber gleich.

Text ist Text. Egal wo er steht.

Und wenn du mir die E-Mail-Geschichte abgekauft hast, dann bist du dir vielleicht immer noch nicht so sicher? Du denkst, das klingt alles noch ziemlich veraltet?

„Hier klicken“ ist nicht 1990

„Hier klicken“ ist nicht veraltet. „Hier klicken“ ist effektiv.

Okay. Das war früher vielleicht noch häufiger zu sehen, als das Web noch in den Kinderschuhen steckte und jeder von uns ein Grünschnabel war.

Aber auch heute hat „Hier klicken“ seine Bedeutung nicht verloren.

Ich weiß auch, dass mir jeder „Web Usability“-Experte den Hals umdrehen würde. Sogar Jakob Nielsen, von dem ich eigentlich ein großer Fan bin, nennt es hier gleich an zweiter Stelle:

Benutze nicht „Hier klicken“ oder andere nicht beschreibende Linktexte.

Aber warum ist es trotzdem sinnvoll?

Weil es hier im affenblog übers Werbetexten beim Bloggen geht. Und nicht über Usability.

Wir wollen eine Handlung seitens des Lesers. Und da kann man manchmal über Usability-Gesichtspunkte hinwegschauen.

Wenn Lars Leser jetzt auf deinem Blog landet, dann scannt er nur deinen Artikel. Sofort fällt ihm „Hier klicken“ auf. Ein Hyperlink, der als Call-to-Action arbeitet.

Ein gutes Beispiel wäre: Möchtest du mehr über Überschriften lernen? Klicke hier. Der Hyperlink dient hier quasi als Call-to-Action-Button. Nur eben in Textform.

Du siehst. Aus Werbetext-Gesichtspunkten macht das total Sinn. Aber „Hier klicken“ kann noch mehr.

„Hier klicken“ ist gut für SEO

„Hier klicken“ kann sogar deine Google Rankings verbessern.

Joost de Valk, der Erfinder des beliebten WordPress SEO Plugins, sagt hier selbst dazu:

Sogar aus einem SEO-Blickwinkel kann es klug sein, ab und zu „Hier klicken“-Links zu verwenden. Überoptimierung von Anker-Texten ist etwas, was du nicht machen möchtest, weil es viele Nachteile für dich haben könnte.

Das heißt, du musst für einen guten Mix mit deinen Linktexten sorgen. Wenn du deine Seite zum Beispiel für das Wörtchen „Werbetexten“ optimieren möchtest, dann dürfen nicht alle Links Werbetexten lauten.

Das ist zu viel des Guten.

Mit „Hier klicken“ schlägst du jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe: Du sorgst für einen guten „Link-Text-Mix“ und dein Leser macht das, was du willst. Ziemlich smart.

Aber nicht nur aus SEO-Sicht, sondern auch aus Usability-Sicht darfst du mit deinem „Hier klicken“ nicht übertreiben.

„Hier klicken“ funktioniert nur einmal

Stell dir mal einen Blog vor, der nur aus „Hier klicken“-Links besteht.

Alle Hyperlinks im Text bestehen nur aus „Hier klicken“. Die Navigation besteht nur aus „Hier klicken“, „Hier klicken“, „Hier klicken“ und „Hier klicken.

Es wirkt so wie ein Haufen schmieriger Gebrauchtwagenverkäufer, die dich alle in ihre Ecke ziehen wollen.

Aber das würde alles keinen Sinn machen. Das wäre schlechte Usability!

Das ist halt so wie immer im Leben. Zu viel des Guten kann manchmal nach hinten los gehen.

Seth Godin beschreibt es auch in Big Reg Fez: Jede Seite deines Blogs muss nur ein Ziel haben. Ein Einziges! Deshalb darf „Hier klicken“ auch nur ein einziges mal vorkommen.

Fazit

Die Werbetexter der alten Schule wussten, dass eine kleine Handlungsaufforderung am Ende funktioniert.

Und auch im Web funktioniert das „Hier klicken“. Die MarketingShepra-Studie ist der Beweis dafür. Aber „Hier klicken“ ist auch nicht veraltet und kann sogar deine Google Rankings steigern.

Wichtig ist, dass du damit nicht übertreibst. Ein „Hier klicken“ pro Seite reicht aus.

Es ist überhaupt nicht schlimm, Lars Leser zu helfen und ihm zum Klicken zu animieren.

Aber was denkst du dazu? Bringt „Hier klicken“ wirklich etwas?

Klicke hier und hinterlasse ein Kommentar! 😉

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12 Kommentare

  • Hey Vladislav!
    Macht echt immer wieder total Spaß deine gut leserlichen und informativen Texte hier durchzuschmökern!;) Da ich auch aus der SEO-Branche komm, finde ich hier bei dir echt immer wieder gute Tipps und Inspirationen. Vielleicht könnte man auch nochmal untersuchen über welche Medien eine "Hier klicken" Schaltfläche am besten funktioniert (Videos, BIlder, Mails etc.)?
    Schönen Tag dir noch,
    MIchi
  • Hi Michi,

    danke dir! Bin auch ein großer Fan vom Schmöckern von gut leserlichen und informativen Texten! :D

    Ja, ich verstehe die SEO-Leute total. Komme ursprünglich auch ein bisschen aus der Ecke und wenn SEO's Werbetexten und Bloggen lernen ... dann ist das eine starke Kombination. Wäre sicherlich interessant!
  • Hallo Vladislav,
    ich hab gleich zu Beginn des Lesens auf deine Blogübersicht geschaut, ob dort auch "Hier klicken zum Weiterlesen" o.ä. steht. ;-)

    Man achtet ja selbst eher selten darauf. Bei Newslettern fällt es aber eher auf. Viele überfrachten diese mit Links, oft sind zwei oder mehr drin und diese führen zum gleichen Ziel. Wenn man nun den Newsletter überfliegt, dankt man dem Versender schon unbewusst dafür, dass irgendwo steht "Du willst das? Dann klicke hier!"
    Gruß
    Max
  • Hi Max,

    hehe! Hab's überlegt zu testen. Aber momentan habe ich keine Kapazitäten dafür. Da gibt's Wichtigeres, was ich testen sollte.

    Genau, oft ist es klar, was getan werden soll. Aber direkt sagen ist immer besser. (Gibt auch Studien die belegen, dass zwei oder mehr Links höhere Klickraten erzielen. Deshalb die Anzahl.)
  • Hi Vladislav,

    danke für den tollen Artikel und die Statistik.

    Ich habe meinen Programmierer direkt nach dem Lesen beauftragt, alle „Mehr lesen, mehr erfahren, weiter lesen…“ durch „Hier klicken“ zu ersetzen.

    Das ist gerade fertig geworden und mich hat schon die optische Wirkung überrascht.

    Es sieht aufgeräumter aus, wenn überall dasselbe steht. Und "Hier klicken" sieht man mehr als Wortbild und weniger als zwei Wörter wie bei zum Beispiel "weiter lesen".

    Liebe Grüße
    Ursula
  • Hi Ursula,

    lange nichts mehr voneinander gehört! :)

    "Hier klicken, um weiterzulesen" könntest du auch verwenden. Das hat ja oben in der Studie auch ganz gut geklappt. Im Endeffekt muss das das eh testen. Ich überlege auch, meine "Weiterlesen" zu testen.
  • Hi,

    klappt. :)

    Danke für den Artikel, mit der Frage habe ich mich nun auch schon einige Zeit umgetragen.

    Beste Grüße
    Tristan
  • Hi Tristan,

    hehe, sauber! :)

    Keine Ursache. Ich hoffe, viele haben sich die Frage gestellt!
  • Hallo Vladislav,

    sehr interessanter Artikel!

    Diese Aufforderungen (Call-to-actions) waren für mich am Anfang des Bloggens sehr schwer nachzuvollziehen. Es scheint so offensichtlich, wo geklickt werden kann und wo nicht.

    Umso interessanter finde ich es dann aber zu sehen, wie die Statistiken das Gegenteil beweisen. Es ist doch erstaunlich, was für einen Unterschied solche "Kleinigkeiten" oft ausmachen können.

    Ich finde es übrigens sehr gut, wie du auch gleichzeitig den Punkt der Usability mit ins Spiel gebracht hast und so auch die eventuelle Kehrseite der Medaille zeigst.

    Viele Grüße,
    Jannes
  • Hi Jannes,

    danke dir!

    Ja, aber ein bisschen CTA kann nie schaden :D Das ist eine alte Werbetexter-Weisheit: Sag es den Leuten so spezifisch wie möglich.
  • Hallo und guten Morgen von der schönen Insel Kreta.
    Hahahahahaha "Hier klicken!" ...mein Mann sagt immer, das wissen die Leute doch, oder?
    Du hast mal wieder einen guten Artikel geschrieben und Fragen beantwortet, die nur andere Menschen stellen.
    Mach weiter so!

    Mit strahlenden Grüßen
    Elena Sommer
  • Hi Elena,

    auch wenn die Leute das wissen, sie haben einfach keine Zeit! ;)

    Danke dir! Grüß zurück nach Kreta!

Was denkst du?