5 kreative Tipps, um dein Inbound Marketing zu verbessern

Denk mal an folgende Situation: 

Du willst mit deiner Familie zwei Wochen in den Urlaub fliegen. Und du suchst eine günstige und sichere Parkmöglichkeit für dein Auto.

Was machst du? Du recherchierst.

Es ist doch so. Wir wollen keine Angebote, wenn wir sie gerade nicht brauchen. Haben wir ein Problem, suchen wir gezielt und bedürfnisorientiert nach einer Lösung.

Aber der Flughafen bietet nur weit entfernte, unbewachte Stellplätze zu überhöhten Preisen an.

Das Ergebnis: Die Kinder können nach 100m nicht mehr laufen und du kommst schweißgebadet am Terminal an. Du bist komplett entnervt, bevor der Urlaub überhaupt angefangen hat. Und warum? Weil du die Lösung, die zu dir passt, nicht finden konntest.

Als smarter Unternehmer betreibst du Inbound Marketing und holst deinen Kunden dort ab, wo sein Problem entsteht. Zu dumm ist nur: Das machen andere auch. Wie schaffst du es, dein Angebot so zu formulieren, dass dein potenzieller Kunde es nicht übersieht und sich für dich entscheidet?

Um aufzufallen brauchst du nicht nur ein überzeugendes Produkt, eine klar definierte Zielgruppe, sondern auch originelle Ideen.

Du musst deiner Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein. Mit Kreativität.

Leichter gesagt als getan.

Wie du jetzt mehr Kreativität in dein Inbound Marketing bringst, das zeige ich dir in fünf sofort umsetzbaren Schritten:

1. Kreative Kundenbeziehung: Stell die Brötchenfrage

Du kannst durch Inbound Marketing mit weniger Aufwand viele Menschen deiner Zielgruppe erreichen. Trotzdem sollte sich jeder einzelne persönlich angesprochen fühlen.

Egal, ob du nur ein paar Kunden hast oder eine große Community. Du brauchst kreatives Geschick, um eine Beziehung aufzubauen und zu halten.

Eine langfristige Kundenbeziehung ist aufgebaut wie ein Haus. Du benötigst zuerst ein Fundament. Wände und Dach. Und erst wenn die Tür einen Rahmen hat, kannst du sie öffnen. Einige versuchen es dennoch ohne und scheitern.

Ein Newsletter, der nur Verkaufsaufforderungen enthält, landet sofort im Papierkorb. Die Tür ist sprichwörtlich ins Haus gefallen und hat deinen Kunden erschlagen. Dein Abonnent ist für immer weg!

Die Berührungspunkte mit deinem Unternehmen sind entscheidend, ob dein Kunde kauft. Gestalte sie für ihn so angenehm wie möglich. 

Zeige echtes Interesse

Jasmine Star, eine erfolgreiche Fotografin und Marketing Coach aus New York, beschreibt den Anfang einer Kundenbeziehung folgendermaßen: Wenn du möchtest, dass dein Gegenüber ein Kunde wird, dann lerne ihn kennen. Stell dir vor, du sitzt mit ihm in einem Zug und möchtest ein Gespräch beginnen. Was würdest du tun? Du würdest eine Frage stellen.

Fragen sind ideal, um ein Gespräch zu beginnen.

Du zeigst damit Interesse an deinem Gesprächspartner. Und du speicherst Informationen, die du zu einem späteren Zeitpunkt verwenden kannst, um den Dialog fortzusetzen.

Nun sitzt du aber in keinem Zug. Und dein Publikum ist in den Sozialen Netzwerken unterwegs und wartet nicht auf deine Fragen.

Deswegen sollten deine Fragen originell und unterhaltsam sein. Und nicht direkt auf dein Verkaufsangebot hinweisen. Das kommt später.

EinsLive, der Jugend-Sender des WDR, landete einen Volltreffer mit einer Frage, die einfach jeder beantworten wollte. Sie war witzig und verbreitete sich automatisch. Der Radiosender stellte seinen Hörern die Brötchenfrage: Welche Hälfte des Brötchens bevorzugst du – die obere oder die untere?

Wenn du gerade selbst über deine Antwort nachdenkst, weißt du, worauf ich hinauswill: Stelle deinen Fans Fragen, die emotional sind und erst auf den zweiten Blick mit deinem Business zu tun haben. Finde die Fragen, die für das Leben deiner Kunden relevant sind.

Ein Schreibblog-Betreiber würde fragen: Welche Literatur lässt dich abends nicht einschlafen? Oder ein Podcaster würde nach den peinlichsten Erlebnissen bei Live-Sendungen fragen.

Jasmine Star würde ihre Fans fragen, welches Halloween-Kostüm ihr Hund dieses Jahr tragen soll. Sie sagt: Na klar, schrecke ich damit Menschen ab. Aber ich zeige Ecken und Kanten. Und ich ziehe genau die an, die wirklich mit mir arbeiten wollen.

Erzähle Persönliches

Eine Kundenbeziehung ist nicht einseitig. Sie ist eine Verbindung zwischen deinem Kunden und deinem Unternehmen. Menschen vertrauen aber nicht Unternehmen, sondern Menschen.

Genauso wie du mehr über deine Zielgruppe erfahren möchtest, will sie mehr über dich wissen. Und das geht über deinen üblichen Content hinaus.

Gewähre deinen Besuchern persönliche Einblicke.

Erzähle Geschichten. Alle lieben sie, besonders die dramatischen. Berichte von deinen Krisen, die dich dazu geführt haben, dein Unternehmen zu gründen oder dieses eine Produkt zu entwickeln, das deinen Kunden hilft. Wenn dir das zu persönlich ist, erfinde einen Freund. Du musst die Story nur ehrlich meinen und damit dein Produkt oder deine Dienstleistung erklären können.

Antworte auf jeden Kommentar deiner Fans. Wenn du das nicht mehr kannst, dann beantworte Fragen und kommentiere Meinungen in einem Live-Video. Kunden verstehen, wenn du keine Zeit hast. Aber nicht, wenn du gar nicht mit ihnen kommunizierst.

Meinetwegen lass eine Drohne durch dein Großraumbüro fliegen oder nimm deine Kunden per Kopfkamera zum Joggen mit, aber tu etwas!

Du weißt selbst am besten, wie weit du gehen kannst. Aber sicher ist, dass dir Mut mehr einbringt als Schweigsamkeit.

Gehe auf deine Zielgruppe ein

Manchmal musst du gar nicht selbst aktiv werden, sondern auf eine Vorlage deiner Zielgruppe warten und richtig reagieren.

So rief ein Familien-Blog seine Fans dazu auf, kindertaugliche Namen für Möbel zu erfinden. Getauft wurde das Familienbett „Alleaufmamå“ und der Kinderteller „Smektekelik“. Die Beteiligung war erstaunlich.

Als der schwedische Möbelgigant Ikea davon Wind bekam, reagierte das Marketingteam sofort: Es bewies Spontaneität und Humor, indem es den Wettbewerb mit freundlichen Kommentaren am Laufen hielt. Die Aktion ging viral durch die Decke. Die Initiatorin Bea von Tollabea bedankte sich beim Social-Media-Team von Ikea für die außerordentliche Kundennähe und betonte, dass es sich um keine Zusammenarbeit handelte. Alles sei aus Sympathie und Spielerei entstanden!

Das ist ein großartiges Beispiel dafür, wie effektiv menschliches Verhalten sein kann. Die Entwicklung der Aktion brachte beiden Seiten jede Menge Sympathiepunkte ein. Und das können Punkte für das Image deines Unternehmens sein!

Also: Nimm dir Zeit für deine Zielgruppe, damit du sie kennenlernst. Gib etwas von dir preis, damit du authentisch bleibst. Und reagiere häufiger menschlich und weniger wie ein Marketing-Roboter.

2. Nützlicher Content ist gut, kreative Abwechslung ist besser

Wir alle wissen, wie schwer es ist, immer wieder neue und spannende Inhalte zu produzieren. Unsere Social-Media-Kanäle sind gefräßige Monster, die regelmäßig gefüttert werden wollen. Das setzt uns unter Druck.

Dagegen gibt es einen schnellen Tipp: Erstelle eine Content Landing Page mit einer Best-of-Liste deiner Beiträge. Verlinke sie in deinen Social-Media-Kanälen. So erhalten auch neue Besucher einen guten Überblick über deine Arbeit.

Oder aber: Wenn du stärkere Inhalte für mehr Reichweite möchtest, brauchst du eine kreative Content-Strategie.

Nimm einmal einen Blogartikel, der gut funktioniert hat. Du hast eine verführerische Überschrift geschrieben und nützlichen Mehrwert geliefert. Und dann verschwindet er einfach in der Timeline.

Das muss nicht sein. In der Schule gab es Jahrzehnte lang Frontalunterricht. Aber nur, weil etwas funktioniert, muss es nicht gut sein. Es war sterbenslangweilig! Die Schüler brauchten lehrreiche Abwechslung. In einer spannenden Umgebung lernten sie schneller und beteiligten sich häufiger.

Genauso ist es mit deinem Content. Er funktioniert. Aber es wird Zeit, deinen Lesern mehr Abwechslung zu bieten: Einen kreativen Mix aus Infos und Unterhaltung.

Am schnellsten schaffst du das, wenn du deinem besten Content einen neuen Look verpasst. Hier einige Tipps dazu:

Strukturiere deinen Content neu

Erneuere den Titel deines Beitrages:

  • Greife ein Kern-Zitat aus deinem Text heraus und mache daraus einen neuen Eyecatcher-Titel. Zitate verleihen deinem Artikel Autorität.

  • Nimm 3-4 zentrale Aussagen aus deinem Text und erstelle eine Liste. Setze sie wie eine Inhaltsangabe an den Anfang eines Social Media Posts. Wirkt wie ein Teaser.

  • Stelle eine Statistik in den Vordergrund und gib deinem Content einen wissenschaftlichen Touch. Entweder arbeitest du mit einer beeindruckenden Textaussage oder einer Grafik. Menschen vertrauen Zahlen.

Wandle deinen Content um

Erneuere die Form deines Beitrags:

  • Mache aus einem Blog Post ein einfaches Video oder eine Slideshow. Wechsle Bilder und Textinhalte locker ab. Nützlich Apps, die jeder bedienen kann, sind z. B.: Go Pro oder Adobe Sparks.

  • Verwandle einen Text in eine Infografik. Werde nicht zu komplex: Eine ansprechende Liste von 1-10 reicht vollkommen aus. Die Hauptbotschaft muss klar herausstechen. Keiner verlangt eine grafische Meisterleistung von dir! Dafür gibt es z. B. Canva.

  • Mache aus einem Text-Interview ein Video- oder Live-Interview. Alle Interviewpartner noch einmal an einen Tisch zu holen, lohnt sich, wenn der Beitrag schon vorher viele Shares hatte. Du gewinnst neue Zuschauer.

  • Verwende statt eines normalen Fotos eine 360-Grad-Ansicht oder ein themenbezogenes, relevantes Gif. Ein schneller Weg um aufzufallen und von Facebook, Twitter und Co. beachtet zu werden.

Gestalte deinen Content neu

Erneuere deinen Beitrag komplett und mache daraus ein Video. Dieser Schritt sollte gründlich geplant werden. Deswegen nenne ich dir nur inhaltliche Ideen zur Inspiration:

  • Tipps: Mache aus einer umfangreichen Artikel-Serie kurze 5-Minuten-Sessions mit nützlichen Hinweisen zu deiner Nische.

  • How-to-guide: Anleitungen sind magisch. Sie sind anschaulich und echte Problemlöser für deine Kunden.

  • Customer Storys: Erfolgreiche Kundengeschichten sprechen für sich. Bzw. für dich.

  • Behind-the-Scenes: Gib deinen Besuchern spannende Einblicke in deinen Arbeitstag. Ja, auch dein Schreibtisch kann interessant sein, weil Menschen neugierig sind.

  • Produktankündigung: Nichts ist aufregender als ein Countdown für ein tolles Produkt.

  • Unternehmens-Statement oder -Milestone: Hier geht es um deine Philosophie. Perfekt, um auch Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen.

  • Live-Video: Ist nichts für jedermann (Aber eine echte Erfahrung, die sich lohnt, um die eigene Komfortzone zu verlassen.)

Eins ist sicher: Visueller Content ist auf dem Vormarsch. Er macht bereits 84% der Internet-Kommunikation aus.

Bei der Gestaltung gibt es nahezu keine Grenzen. Doch bei aller Kreativität sollten deine Lösungen machbar bleiben, hilfreich und unterhaltend sein und zu deiner Zielgruppe passen.

(Auch wenn's verrückt ist: Wie wäre es mit einer Podcast-Episode nur in Bildern? Eine besondere Challenge anlässlich des Tags des Schweigens.)

Wer mit seinen Inhalten weiterhin auffallen will, wird kreativ experimentieren müssen. Aber bitte mit Spaß! Und weniger mit Blick auf die Algorithmen, die dich im Prozess nur hemmen.

3. Kreative SEO: Runter von der Couch

Es tut weh. Du klebst fest an der Couch und lässt wichtige Punkte beim Suchmaschinenranking liegen. Was nützen dir tolle Keywords, wenn du nicht alle Einsatzmöglichkeiten ausschöpfst?

Betreibst du SEO? Natürlich! Dann hast du sicher schon deine Website validieren lassen und Rich Pins beantragt. Wie bitte, was?

Wenn du dich bisher bei der Suchmaschinenoptimierung nur auf Google konzentriert hast, hast du die wichtigste visuelle Suchmaschine vergessen: Pinterest.

Höre ich einen tiefen Seufzer? „Hab ich schon probiert, bringt nichts!“ oder „Bunte Bilder interessieren mich nicht!“?

Dann werde ich dich davon überzeugen, dass der kreative Aufwand bei Pinterest geringer ist, als du denkst. Und der effektive Nutzen für deine SEO umso größer.

Social Media oder SEO?

Ein Vorurteil, das sich hält wie ein Kaugummi am Schuh: Pinterest ist kein Social Media-Kanal, sondern eine Suchmaschine.

Es gibt Pins (Content) und Repins (geteilter Content). Der Schwerpunkt liegt mit 80% auf Repins, also dem Teilen bereits vorhandenen Contents. Das kommt einem Like gleich.

Pinterest setzt auf visuellen Content (Bilder, Video, Text, Branding, Infografik, Statistiken) mit einer Beschreibung (so viele (Longtail-) Keywords wie du magst) und einem Link zur Quelle. Direkt zu deiner Webseite. Zu deinem Angebot!

Bunte Bildchen für DIY, Food und Lifestyle

Ja, du musst kreativ werden. Der grafische Aufwand hält sich mithilfe von Tools wie z. B. Canva oder Adobe Sparks allerdings in Grenzen. (Wenn deine Strategie steht, brauchst du fünf Minuten für einen Pin. Mit Gewähr!)

Rich Pins sind eine Erweiterung um zusätzliche Metadaten (zusätzliche Keywords!), die von deiner verlinkten Seite automatisch ausgelesen und aktualisiert werden. Das ist besonders angenehm, wenn du Shop-Produkte pinst, deren Anzahl und Preise sich verändern.

Und ja, es ist kein Geheimnis, dass die oben genannten Nischen am besten funktionieren.

Trotzdem kannst du die Aufmerksamkeit deines Kunden auf dein Business lenken. Auch wenn er Maschinenbauteile bei dir einkauft, wird er gerne gut essen gehen oder sich z. B. für Modellbau interessieren. Je besser du deinen Kunden kennst, desto genauer kannst du Pinboards anlegen, die ihn interessieren und deine Angebote darunter mischen.

Idee und Nutzen von Pinterest

„We offer people a way to explore what they love“ sagt Tim Kendall, President of Pinterest. Laut Kendall geht es bei Pinterest darum, Inspiration für seine Interessen zu finden. Pinterest liefert nicht nur 1-zu-1-Suchergebnisse wie Google, sondern auch ähnliche Lösungen. Das liefert Spielraum für neue Entdeckungen. Und das ist genau deine Chance, auch als unbekannte Marke oder Kleinunternehmer gefunden zu werden.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Pinterest ist eine Suchmaschine mit kreativem Spielraum.

  • Google indexiert deine Pinterest-Beiträge.

  • Auf Facebook, Instagram und Co. steht das eigene Freundesnetzwerk im Fokus. Bei Pinterest deine Marke und dein Content.

  • Netzwerken, Statusupdates und Community-Pflege entfallen komplett.

  • Dein Content erscheint nicht nur einmal in der Timeline, sondern wird immer wieder gefunden.

Wie jede Marketing-Maßnahme erfordert Pinterest eine Strategie. Du pinnst regelmäßig, um deine Reichweite zu erhöhen.

Aber hey, wie hört sich 500% mehr Webseiten-Zugriffe in 6 Monaten an? Das schaffte das Team von Chefkoch.de durch konsequente Optimierung des eigenen Pinterest-Kanals.

Und wusstest du, dass bereits 40% der Neuanmeldungen auf Pinterest Männer sind?

4. Guerilla-Marketing: Outbound trifft Inbound

Guerilla? Klingt nach Kämpfen. Aber nicht brutal, sondern hinterhältig.

Guerilla Marketing ist unkonventionelles Outbound Marketing, das in seiner Taktik mit ungeahnter Kreativität überrascht. Es stammt aus den 80er Jahren und wurde von Unternehmensberater Jay Conrad Levinson entwickelt.

"Guerrilla marketing embraces 360 degrees of communication, reaching target audiences in as many ways as are affordable and possible. Your task as a guerrilla is to be aware of all the marketing weapons available to you, to experiment with many of them, and then to identify the combination of weapons that provides the highest profit to you." sagt Jay Conrad Levinson dazu.

Dabei geht es mit dem Grundsatz des Inbound-Marketing absolut konform:

Die Sichtbarkeit einer Marke wird (für eine Masse Menschen) gesteigert, ohne sie dabei zu belästigen.

Geringer Mitteleinsatz für größtmögliche Wirkung. Um zu verstehen, wie du Guerilla heutzutage nutzen kann, nenne ich dir erfolgreiche Beispiele.

Lass Bilder sprechen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Du kannst lange und suchmaschinentauglich darüber schreiben, warum es hygienisch ist, sich die Hände zu waschen.

Du kannst es aber auch wie Lifebuoy machen, einen Mops wie ein Kastenbrot auf eine Schneidebrett setzen und daneben schreiben: „You eat, what you touch“:

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Ergreife eine günstige Gelegenheit

Reiseangebote gibt es zu Hauf. Warum nicht in den Süden fliegen, wenn es zu Hause schneit?

Das dachte auch ein Münchner Reisebüro und ließ Mitarbeiter mit dem Finger Reiseziele auf die verschneiten Windschutzscheiben der Autos schreiben: „Mallorca 245€“. Flyer unter den Scheibenwischer. Fertig:

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Nutze die Virale Kraft

Während des G20-Gipfels postete ein Hamburger Anwohner ein Foto: Er ging mit einem Transparent auf die Straße – umringt von Polizisten. Auf dem Schild stand: „Ich bin Anwohner und gehe nur kurz zu Edeka einkaufen. Danke.“

Edeka reagierte sofort und retuschierte ein zweites Transparent auf das Foto: „Bleib zu Hause. Wir bringen dir was. Bitte.“ Edeka-Logo drunter!

Damit landete Edeka nicht nur einen viralen Hit, sondern brachte dem Hamburger auch tatsächlich seine Lebensmittel nach Hause.

Du siehst, Guerilla ist der Flashmob unter den Marketing-Maßnahmen. Die, die es stört, gehen weiter, die anderen filmen begeistert mit und sorgen für virale Verbreitung.

Guerilla ist keine Maßnahme für jeden Tag. Solltest du aber eine ausgeklügelte Idee haben, kannst du sofort für jede Menge Aufsehen und schnelle Verbreitung sorgen. Es lohnt sich, um die Ecke zu denken.

5. Von der kreativen Idee zum Trend

Zum Abschluss kommt ein effektiver Tipp, wie dir als Unternehmer niemals die Ideen ausgehen. Alles, was du brauchst, trägst du bereits bei dir: Ein Smartphone, einen Notizblock und deine fünf Sinne.

Dir begegnen jeden Tag eine Million Kleinigkeiten, die du siehst, hörst, riechst, fühlst und schmeckst. Kurz: wahrnimmst. Über 99% rauschen an dir vorbei und weniger als 1% erregt deine Aufmerksamkeit. Manchmal sind es nur kleine Impulse, dann wieder kuriose Geschichten. Egal! Notiere, was dir auffällt, denn das ist der Stoff für deine Ideen.

Eine Geschichte aus meinem Swipe File: Wusstest du, dass die süße Mango nur harmlos aussieht? Bei der Ernte musst du sie von dir weg vom Ast drehen. Ihr Saft verätzt dir sonst Hände und Gesicht. Wenn du sie nicht innerhalb von 30 Sekunden in einer Lösung neutralisiert, zersetzt sie ihre eigene Schale und ist verdorben.

Die Geschichte an sich ist nett. Aber für dich – ohne Bezug zu deinem Business – absolut wertlos. Nützlich wird sie erst, wenn du mit ihr eine komplexe Angelegenheit plakativ erklärst, um einen Kunden von deiner Arbeit zu überzeugen.

Vergleiche die Mangoernte z. B. mit einer schwierigen Produktentwicklung: Durch deine Kompetenz und deinen Wissensvorsprung konntest du eine Lösung finden, die dein Kunde nun bedenkenlos und erfolgreich nutzen kann.

Ein nachvollziehbarer Vergleich ist ein spannender und kreativer Ansatz, um die Aufmerksamkeit deiner Kunden zu erregen. Da ist endlich mal jemand, der origineller vorgeht. Zu wiederholen, was alle sagen, ist zwar sicher, aber auch totlangweilig.

Und nur die, die andere Wege gehen und den Status Quo hinterfragen, entdecken neue Trends.

„Das ist ein nettes Lesegerät, aber wenn ich das iPad so ansehe, ist da nichts, dass ich sagen würde: Oh, ich wünschte, Microsoft hätte das gemacht.“ sagte Bill Gates einmal.

Schade, Bill! „Niemand braucht ein übergroßes Smartphone, das kein Laptop ist“ lieferte vermutlich das stärkste Argument für den Erfolg des iPads.

Denn die Konsumenten wollten genau das, was das iPad nicht war. Und Steve Jobs hatte aus seiner Ahnung eine Idee entwickelt. Er verließ sich nicht auf andere, sondern auf sein Gespür. Er tat, was für seine Fans gut war.

Und das solltest du auch tun: Werde dein eigener kreativer Pionier. Bevor du die nächste Idee verwirfst, weil sie Quatsch ist. Notiere sie lieber. Denn sie könnte etwas werden.

Und wenn nicht, dann hast du noch 1.000 andere Ideen, um weiter zu machen.

Fazit

Als Unternehmer bleibst du ein Mensch, der anderen hilft, eine optimale Lösung zu finden. Egal wie groß dein Business ist. Du bist nicht nur Dienstleister, sondern auch Kunde. Den Service, den du von anderen verlangst, solltest du selbst umsetzen können.

Ein smartes Unternehmen, das kreativ Inbound Marketing betreibt, lässt dich nicht am Flughafen stehen. Es weiß, was du möchtest, bevor du es weißt.

Du findest einen Anbieter, der dein Auto direkt am Terminal in Empfang nimmt. Der es sicher, trocken und günstig parkt. Auf Wunsch eine Außen- und Innenreinigung durchführt. Und sogar kleine Schrammen und Beulen entfernt, während du unter Palmen liegst.

Als dich die freundliche Mitarbeiterin nach deinem Urlaub begrüßt, steht dein Auto wie neu vor dir. Die Urlaubsbräune hält. Zufrieden steigst du ein. Da überreicht dir die Mitarbeiterin ihre Karte und zwinkert dir zu. „Bis zum nächsten Mal!“. 

Du wirst leicht rot. Du hast das nächste Urlaubs-Date. Und sie einen neuen Kunden.

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2 Kommentare

  • Hallo Sonja.
    Super Artikel der zum Nachdenken anregt, das
    Gesagte sofort in die Tat umzusetzen. Klasse!!
    Gruß Kirsten Kröger
  • Liebe Kirsten,
    ich freue mich, dass der Artikel dich inspiriert hat. Auftrag erfüllt ;-)
    Liebe Grüße von Sonja

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