8 zeitlose Schreibstimmen, die du dir wie in einem Kiosk aussuchen kannst

Chupa Chups, Hubba Bubba, Moam … oder die gute alte gemischte Tüte.

Wecken diese Namen auch Kindheitserinnerungen bei dir?

Ich habe diese Dinger geliebt. Deshalb hing ich als Kind auch immer mit meinen Freunden beim Kiosk um die Ecke ab. Immer auf der Suche nach dem nächsten Kick.

Es war der Himmel auf Erden.

Neulich hat Walter auch einen affenstarken Beitrag zum Thema Schreibstimme geschrieben.

Da kam ich dann auf die Idee, eine Erweiterung zu schreiben. Denn wäre es nicht geil, wenn du wie in einem Kiosk einfach deine Schreibstimme auspicken könntest?

Einfach reingehen und auswählen.

Und genau so einen digitalen Laden habe ich jetzt für dich.

Ich habe viele Blogs, Autoren und Menschen studiert und im Groben kannst du jeden in eine dieser sieben Kategorien einordnen.

1. Der Journalist

Was macht ein Journalist? Genau, er erstellt Inhalte, die von gesellschaftlicher Wichtigkeit sind.

Ein Journalist ist eben jemand, der Informationen verbreitet.

Seine Aufmerksamkeit bekommt er dadurch, dass er tief buddelt, viele Fragen stellt und abschließend darüber schreibt.

Ein Journalist ist immer neugierig.

Malcolm Gladwell ist hier ein wunderbares Beispiel. Ich mag seine Bücher wie Tipping Point* oder Outliers*.

Wenn du diese aufmerksam liest, dann merkst du, dass es kaum um ihn geht. Er nimmt sich fast komplett aus der Geschichte und fokussiert sich nur auf den Inhalt.

Oft fangen Journalisten nicht als Experten an, aber durch die ständige Recherche eigenen sie sich einen enormen Wissenschatz an und werden zu einer wahren Autorität.

Malcolm war beruflich im Journalismus unterwegs und nutzt seine Stimme weiter in seinen Büchern. Er ist einfach ein Journalist.

Wenn du ein neugieriger Mensch bist und deine eigene Person etwas in den Hintergrund packen möchtest, dann wäre dieser Ansatz das Richtige für dich.

2. Der Professor

Der Professor ist ähnlich wie der Journalist, verhält sich jedoch ein bisschen anders.

Du kannst dir diesen Archetypen als typischen Uni-Prof vorstellen. So einen, wie du vielleicht mal gehabt hast. Ihm ging es sicherlich nur um Zahlen, Daten, Fakten, oder?

Der Professor möchte wissen, wie Dinge funktionieren:

Ihm geht es nur um das reine Wissen. Er hat eine Faszination für Information.

Er eignet sich Wissen an, weil er sich Wissen aneignen möchte. Es dient keinem anderen Zweck.

Professoren haben auch die Aufgabe, komplizierte Sachverhalte herunterzubrechen und einfach darzustellen.

Sie machen komplexe Dinge klar.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Dan Zarella. Er beschäftigt sich mit der Wissenschaft der sozialen Medien und hat immer sehr interessante Zahlen parat.

Aber du kannst auch ein Professor sein, wenn du nicht so sehr auf den wissenschaftlichen Kram stehst. Wie gesagt, bei ihm geht es in erster Linie darum, dass du dir endloses Wissen aneignen möchtest. Er wird ein wahrer Meister in seinem Fach.

Wenn du Bücher, das Lesen und das Studieren hasst, dann ist diese Stimme vielleicht nichts für dich. Aber wenn du es liebst, dann hast du den richtigen Weg gefunden.

3. Der Kümmerer

Wie der Name es schon sagt, ist der Kümmerer jemand, der sich sehr um andere Menschen kümmert.

Er ist ein sehr barmherziger Mensch und oft der Retter in der Not. Ihm liegt dein Wohlergehen mehr am Herzen als sein eigenes.

Er ist eben die typische Mutter- oder Vaterperson. Er fragt sich immer:

Kann ich etwas für ihn tun? Braucht er meine Hilfe? Wie kann ich ihm helfen?

Der Kümmerer ist glücklich, wenn er anderen Menschen helfen kann. Wenn ihn jemand um Hilfe bittet, dann sagt er fast nie Nein. Er betrachtet sein Publikum als seine Familie.

Er hilft Menschen, die Hilfe brauchen.

Ein gutes Beispiel ist John Maxwell. Er ist nicht nur Bestseller-Autor, sondern auch Pastor … und somit der beste Mann für diesen Job. Wenn du dir seine Inhalte durchliest, dann ist die Wärme seiner Stimme wirklich spürbar.

Wenn dir das Wohlergehen anderer Menschen sehr am Herzen liegt und dich das Kümmern um andere glücklich macht, dann ist diese Stimme genau das Richtige für dich.

4. Der Abenteurer

Der Abenteurer möchte der Langeweile entfliehen. Deshalb mag er es wild. Am besten richtig wild.

Er möchte das Leben komplett erfahren und die Grenzen kennenlernen. Ihm geht es um die Freiheit, die Welt zu entdecken. Er ist Entdecker von fremden Ländern. Oder auch fremden Themen.

Der Abenteurer liebt einfach eine gute Herausforderung.

Danach erzählt er mit lebhaften Bildern seinem Publikum davon. Mit seinen Geschichten macht er unser Leben spannender.

Ein gutes Beispiel hier ist Marcus Meurer. Felicia und er sind die bekanntesten Digitalen Nomaden Deutschlands. Sie reisen durch die Welt und erzählen ihre Geschichten.

Sie leben ein Abenteuer.

Aber der Abenteurer reist nicht unbedingt um die Welt. André Vollbracht von Venture TV ist jede Woche auf mindestens zwei Konferenzen in Deutschland unterwegs und bringt uns das Interessanteste aus der Startup-Welt näher.

Wenn du auf Abenteuer stehst, dann lass dich nicht von mir aufhalten. Go for it! 😉

5. Der Künstler

Der Künstler ist jemand, der es liebt, Dinge zu erschaffen, nur um sie zu erschaffen.

Er löst zwar immer noch ein Problem einer Zielgruppe, aber wie Picasso malt er mit seinen Texten lebhafte Gemälde, erzählt fesselnde Geschichten und besitzt einzigartige Stilmittel.

Künstler erschaffen schöne Dinge und möchten sie mit der Welt teilen. Sie lieben die Schönheit an sich.

Künstler sprechen zu unseren Herzen. Nicht zu unserem Verstand.

Ein gutes Beispiel ist unser Walter Epp. Ich bin immer wieder fasziniert, wie er die Wörter auswählt und zusammensetzt. Wenn Walter etwas schreibt, dann ist das Kunst.

Und wenn du dich hier wiederfindest, dann wähle den Weg des Künstlers. Wir freuen uns auf deine Gemälde.

6. Der Charismatische

Der Charismatische ist immer präsent und sichtbar. Er ist ein bisschen wie ein Promi. Er ist berühmt, weil er berühmt ist.

Jeder mag ihn.

Wir leben in einer Welt, in der so etwas völlig normal ist. Promis wie z. B. Asthon Kutcher sind heute ernst zu nehmende Influencer.

Wenn dir jetzt spontan jemand einfällt, wo du dich schon immer gefragt hast, warum dieser jemand so ein großes Publikum hat, dann liegt das wahrscheinlich daran, der er einer von den Charismatischen ist.

Im Prinzip kann dieser machen was er will. Meistens lieben wir ihn auch genau dafür. Er erzählt viel aus seinem Leben, genau darum haben wir ihn gebeten. Und genau darum lieben wir ihn auch.

Menschen möchten einfach in seiner Gegenwart sein. Sie möchten seine Inhalte lesen. Und sich mit ihm vernetzen.

Er ist die Party.

Ein gutes Beispiel ist der gute alte Tim Ferris. Er betrachtet sich selbst als menschliches Versuchskaninchen und seine Message ist immer: „Wenn ich das kann, dann kannst du das auch“. Das ist einfach charismatisch.

Wenn du gut mit Menschen bist und dir deine Community sehr am Herzen liegt, dann ist diese Stimme genau etwas für dich.

7. Der Prophet

Der Prophet erzählt die Wahrheit. Die dreckige, hässliche, böse Wahrheit. Er hat eine Leidenschaft für Authentizität.

Er sagt das, was gesagt werden muss.

Deshalb ist er auch nicht immer beliebt. Er hat eine klare Weltansicht, ist unvorhersehbar und greift aufgrund seiner brutalen Ehrlichkeit oft jemanden an.

Er ist der Rebell, den wir alle lieben und alle tief in uns tragen.

Menschen fühlen sich zu ihm hingezogen, weil er die Dinge sagt, die wir nicht gerne hören möchten.

Seth Godin ist hier ein perfektes Beispiel. Bei allem was er macht, fordert er den Status quo heraus. Er sagt wenn etwas kaputt ist und wie man es heile macht. Egal in welchem Bereich.

Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt. Der Prophet geht nicht nur in eine Schlacht und kritisiert. Er liefer auch einen Ausweg!

Wenn du mit Kritik umgehen kannst, deine Mission es ist, den Status quo herauszufordern, und dir viel Applaus nicht so wichtig ist, dann ist diese Stimme deins.

8. Der Visionär

Der Visionär ist der Innovator. Der Pionier.

Er zerbricht klassische Strukturen, Erwartungen und Regeln. Und erschafft Neue.

Er hat den Mut, an seine Vision zu glauben … und erschafft somit die Wirklichkeit. Egal ob groß oder klein.

Der Visionär bringt die Zukunft in die Gegenwart und fühlt sich zu ihr hingezogen. Er überlegt sich, was da am Horizont noch kommen mag. Danach gibt er Inspiration, Motivation und, am wichtigsten, Hoffnung.

Er ist eine Maschine der Veränderung.

Der Visionär benutzt seine Kreativität, um das Leben der Menschen zu verändern. Seine Ideen formen das Schicksal der Menschheit.

Das perfekte Beispiel hierfür ist natürlich Steve Jobs. Dieser hat gleich sechs komplette Industrien auf den Kopf gestellt: Personal Computer, animierte Filme, Musik, Smartphones, Tablets und digitales Publishing.

Wenn du jetzt Gänsehaut hast, dann bist du ein Visionär. Schreib auch so.

Fazit

Diese Liste ist nett und bequem. Sie hilft dir, deine Schreibstimme festzulegen. Du kannst dir wie in einem Kiosk das aussuchen, was du gerne haben möchtest.

Dennoch ist es wichtig, dass du in dich hineinhörst.

Ich war zum Beispiel am Anfang der Professor. Ich habe mir viel Wissen angeeignet und darüber berichtet. Gewürzt habe ich das Ganze dann mit dem Propheten. Das waren auch meine besten Artikel. Dadurch habe ich gemerkt, dass mir der Prophet viel mehr liegt. Er zeichnet mich einfach besser aus. Deshalb fokussiere ich mich in Zukunft darauf.

Und genau so findest du auch deine Schreibstimme. Wähle eine Stimme aus der Liste aus und fahre damit. Aber erst durch die Regelmäßigkeit merkst du, welche Stimme dir besonders liegt.

Welche Schreibstimme hast du?

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27 Kommentare

  • Glaube wir zählen beide ein bisschen anders :)
    Ich zähle da 8 Typen :P
  • Huch, ist gefixt! Danke für den Hinweis!
  • Ist mir auch nur aufgefallen weil ich mich in den letzten wieder gefunden habe. ☺️
    Danke!
  • Hey Vladi,

    schön mal wieder was von dir zu lesen :-)

    Klar, keinen Menschen (und das sind Blogger ja) kann und sollte man völlig in eine Schublade stecken.

    Aber ich finde die Typen interessant, um den eigenen Person und das Feedback des Publikums zu analysieren. Um dann herauszufinden, wo die Reaktionen passen und man sich selbst auch am wohlsten fühlt.

    Sollte man überhaupt etwas auf die Reaktion seines Publikums geben, oder einfach sein "Ding durchrziehen"? Gerade als Blogger mit Gewinnabsicht finde ich das nicht wirklich leicht zu beantworten.

    Wäre es aus diesem Grund nicht am besten darauf zu achten, was die Leute hören wollen? Der Köder muss ja dem Fisch schmecken, nicht dem Angler...

    Viele Grüße aus Hannover,
    Michael
  • Hi Michael,

    danke dir! Ja, ich habe so viel anderen Kram zu tun, da komme ich kaum zum Schreiben!

    Genau, so war das auch gedacht! Ist schwer, aber die Reaktion ist immer wichtig. Wir holen uns ständig Feedback vom Publikum ein. Das Publikum entscheidet immer, nicht wir. Aber gerade bei der Schreibstimme wird das echt schwierig. Da muss man aber zuerst bei sich anfangen. Du erreichst mit einer anderen Stimme einfach ein anderes Publikum.
  • Meine Lieblingsstimme ist "der Kumpel der einem den Kram Abends in der Kneipe erklärt" und zwar so einfach, dass ich selbst komplizierte oder trockene Themen sofort verstehe.
  • Hi Alexander,

    hehe, ist auch genau mein Ding! ;)
  • Danke für die Zusammenstellung, auch wenn sie etwas lang geworden ist, um "sich mal eben einen Sprecher davon zu picken" :D
    Bei mir ist es z.B. so, dass ich relativ fest in einem Stil bin und es mir schwer fällt in einen anderen über zu gehen. Von daher hat mich deine Zusammenstellung auf jeden Fall ein wenig erfrischt in dieser Hinsicht.

    Gruß, Tobi
  • Hi Tobi,

    haha, stimmt. Ist etwas lang geworden!

    Aber wenn du fest in einem Stil drin bist und dir es gefällt, dann ist doch alles super!
  • Hallo Vladi,

    toller aufbauender Artikel zu den Schreibstimmen von Walter. Ich glaube es war in irgendeinem Podcast als ihr meintet, dass man dem Leser mehr als das in der Überschrift Versprochene geben kann. So hast du mich mit der doppelten Belegung des 6. Platzes sehr überrascht ;)
  • Hallo Vladi,

    danke für diesen inspirierenden Artikel, den ich mit viel Freude gelesen habe! Ich fange an als bunte Smartie-Mischung, weil ein schreibender Künstler ohne journalistische Neugier seine Visionen nicht verwirklichen kann.

    LG Rita
  • Hi Rita,

    alles klar. Hauptsache du wählst irgendwann ein Smartie aus! ;)
  • Eine tolle Idee. Stimmt, diese Stimmen sind wirklich zeitlos.
  • Hallo Vladi,

    da hast du wieder einen schönen und inspirierenden Artikel verfasst. Vielen lieben Dank dafür!

    Ich glaube jedoch, das wir letztlich auch bem Schreiben hauptsächlich Mischtypen sind, so wie Marc und Sarah schon schrieben bzw. fragten.

    Letztlich hängt wahrscheinlich vom Thema und von der Intention ab, welcher Typ bei welchem Artikel eher durchkommt.

    Und mus man nicht erst einmal Professor sein, um sich zum Propheten oder Visionär entwickeln zu können?

    Viele liebe Grüße

    Axel
  • Hey Alex,

    bitte! :)

    Wie gesagt, ein Mischtyp aus 2 oder so ist okay. Ist darf halt nicht so breit und zu schwammig werden.

    Denke ich nicht. Che Guevara war auch kein Professor, soweit ich weiß!
  • Lieber Vladislav,

    das war wieder einmal ein großartiger Tipp, zu seinem eigenen Stil zu kommen, sich "zum Ausdruck zu bringen". Und er korrespondiert perfekt mit den 7 Archetypen der Seele (darüber gibt es Bücher), mit denen ich mich befasse, auch wenn die Bezeichnungen der Stimmen etwas variieren.

    Herzlichen Dank für Info, Ermutigung und Support!!
  • Hi Marion,

    vielen Dank! Habe bei der Recherchephase auch ordentlich Bücher über "klassische Archetypen" reingezogen! :)
  • Danke für den Artikel.
    Was meinst du wie lange es dauert, bis man seine Schreibstimme findet? Und meinst du man kann sie auch mischen oder wirkt das dann nicht authentisch?
    LG Sarah
  • Hi Sarah,

    keine Ursache! Gute Frage, wahrscheinlich so 1-3 Jahre. Dann sollte es sitzen.

    Und ich denke, man kann auch mischen. Hauptsache es ist klar und einzigartig. Aber wenn deine Schreibstimme aus allen 7 bestehst, dann ist sie wiederum nicht klar! ;)
  • Hallo Vladi,

    danke für den interessanten Artikel!
    Du schreibst, dass Du Professor zu Prophet gegangen bist - kann es sein, dass man von Anfang an auch ein "Mischtyp" ist, z.B. der "sich kümmernde Professor" (was ja nach Deiner Definition ein Widerspruch wäre)?

    LG und namaste

    Marc
  • Hi Marc,

    keine Ursache! Genau, am Anfang ist man noch ein Mix aus vielen Archetypen. Aber mit der Zweit wird das Bild immer klarer. Und auch der sich kümmernde Professor geht klar, warum denn nicht? :)

Was denkst du?