Was du von Spielzeugen übers Bloggen lernen kannst

Bleiben wir mal bei Weihnachten.

Aber diesmal verschicken wir keine Karten. Diesmal sprechen wir über Spielzeuge.

Jedes Jahr gibt es das Spielzeug. Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern. Furbie, Lego, Power Rangers, Turtles… und was weiß ich noch alles.

Ich bin mir zwar nicht sicher wie es in Deutschland aussieht, aber in den Staaten scheint es jedes Jahr nicht genug davon zu geben.

Die Spielzeughersteller sorgen also für ordentlich viel Buzz, versorgen die Einzelhändler aber scheinbar nur mit wenig ersehnten Spielzeugen. Aber warum?

Weil sie es so wollen. Ganz einfach.

Denn die Spielzeugindustrie funktioniert so: Den meisten Umsatz machen diese Hersteller kurz vor Weihnachten. Aber auch in den Folgemonaten muss etwas verkauft werden. Auch… wenn die Eltern ihre Kinder schon mit Spielzeug zu Weihnachten zugeschüttet haben.

Die Spielzeugindustrie sorgt also für viel Nachfrage und wenig Angebot.

Und so treffen sich die Eltern dann noch mal in den Märkten nach Weihnachten. Um das versprochene Geschenk doch noch zu kaufen. Warum?

Weil sie es ihrem Kind versprochen haben. Sie haben gesagt, dass sie es tun werden. Sie sind eine Verpflichtung eingegangen.

Gehe eine Verpflichtung ein

Passend zum Thema Verpflichtung gibt es eine nette Studie von Thomas Moriarty am New York City Beach.

In diesem Experiment wollte er sehen, wie und ob Beobachter Initiative ergreifen, wenn bei einem Fremden etwas geklaut wird.

Es wurde also vor einem zufällig ausgewählten Beobachter ein großes Handtuch auf dem Sand ausgerollt. Nach ein paar Minuten entspannt sich der Gast und lauscht in aller Seelenruhe seinem Radio. Fast völlig abgelenkt von der Außenwelt.

Ein paar Minuten später kommt dann ein weiterer Assistent, als Dieb getarnt, und versucht das Radio zu schnappen und damit abzuhauen. Und was haben die Beobachter wohl gemacht?

Oft… gar nichts. In der Regel haben nur 4 von 20 mal Beobachter die Initiative ergriffen.

Aber das selbe Spiel, mit einem kleinen Dreher, hat komplett andere Ergebnisse erzielt.

Bevor der als Gast getarnte Assistent jetzt dösen wollte, fragte er den Beobachter: „Könntest du bitte auf meine Sachen aufpassen?“. Alle bestätigten.

In diesem Szenario, angetrieben von dem Gesetz der Verpflichtung, haben die Beobachter 19 von 20 mal die Initiative ergriffen. Diese Beobachter wurden fast schon Wächter. Sie rannten hinterher, stoppten den Dieb… und wurden oft sogar handgreiflich und schnappten das Radio aus den Händen des Diebes.

In dieser Studie sind die Beobachter also eine Verpflichtung eingegangen. Aber hier spielt noch etwas anderes mit hinein. Konsistenz.

Handle konsistent

Konsistenz bedeutet konsequentes Handeln. Regelmäßiges Handeln. So zu handeln, wie andere das von uns erwarten. So zu handeln, wie wir es von uns selbst erwarten.

Die Beobachter in dem Beispiel oben sind also nicht nur eine Verpflichtung eingegangen („Ja, wir passen auf deine Sachen auf“). Sondern sie haben sich auch konsistent verhalten. Sie haben das getan, was sie gesagt haben, das sie tun werden.

Großmeister der Überzeugung, Dr. Robert Cialdini sagt auch:

Ein hoher Grad an Konsistenz wird normalerweise mit persönlicher und intellektueller Stärke assoziiert. Es ist im Herzen von Logik, Rationalität, Stabilität und Ehrlichkeit. Gute persönliche Konsistenz wird in unserer Kultur hoch angesehen.

Konsistenz ist sogar so kraftvoll, dass der britische Naturforscher Michael Faraday sagt, dass Konsistenz stärker als Richtigkeit ist.

Und genau wegen des Gesetzes der Konsistenz musst du regelmäßig Bloggen.

Blogge regelmäßig

Du hast es sicherlich schon gemerkt.

Zuerst musst du eine Verpflichtung eingehen. Eine Verpflichtung zum Bloggen generell… und eine Verpflichtung zum regelmäßigen Bloggen.

Nachdem du dann eine Verpflichtung eingegangen bist, solltest du es auch tun. Du solltest regelmäßig Bloggen. Am besten mit einem konkreten Zeitstempel, wie z.B. Montag, 8 Uhr.

Denn das regelmäßige Bloggen hat viele Vorteile.

Hier sind 4 Gründe, warum du regelmäßig Bloggen solltest:

  • Du wirst zu einer Autorität in deiner Nische
  • Du erhöhst deine Glaubwürdigkeit
  • Du stärkst deine Marke
  • Du baust eine affenstarke Community

Denn auch beim Bloggen ist Erfolg nur die Summe von kleinen Anstrengungen. Jeden Tag wiederholt. Tag ein, Tag aus.

Aber das Ding ist, nicht nur du solltest eine Verpflichtung eingehen.

Die Verpflichtung deines Lesers

Auch dein Leser geht eine Verpflichtung ein.

Genau aufgrund der Regeln von Verpflichtung und Konsistenz schaue ich nicht auf Kennzahlen wie Pageviews oder Besucher.

Das Wichtigste sind deine E-Mail-Abonnenten. Deine Fans.

Ein Abonnent ist eine Verpflichtung mit dir eingegangen, die ein normaler „Schaufester-Besucher“ nicht eingegangen ist. Dein Abonnent sagt: „Bitte kommuniziere mit mir auf einer regelmäßigen Basis“.

Diese kleine Verpflichtung ist auch der Kern von Seth Godins Permission Marketing. Einer fast schon uralten (1999) Marketing-Grundidee, die smarte Blogger in Deutschland so langsam erkennen.

Ein Abonnent besucht nicht nur häufiger deinen Blog und hat generell mehr Kontakt mit dir. Er hat auch ein verändertes Sichtfenster.

Wie in den Beispielen oben gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass dein Abonnent dein Produkt kauft oder deine Dienstleistung in Anspruch nimmt.

Denn er ist vorher eine Verpflichtung eingegangen. Und jetzt wird er konsistent handeln. Denn das verlangt er von sich selbst.

Abonnenten sind deine größten Fans und die besten Marketer. Sie sind der Schlüssel für einen erfolgreichen Blog.

Fazit

Zu aller erst solltest du wie die Eltern zu Weihnachten und die Beobachter am New York City Beach eine Verpflichtung eingehen. Eine Verpflichtung zum Bloggen. Und eine Verpflichtung zum regelmäßigen Bloggen.

Danach solltest du wie die Beobachter konsistent, also konsequent, handeln. Du solltest das, wozu du dich verpflichtet hast, auch tun. Du solltest regelmäßig Bloggen.

Aber vergiss auch nicht, dass dein Leser auch eine Verpflichtung eingegangen ist, wenn er zu einem Abonnenten wurde. Deshalb solltest du in erster Linie dich auf deine Abonnenten und nicht auf Pageviews oder Besucher konzentrieren.

Abschließend hat Dr. Cialdini natürlich die passenden Worte:

Gute persönliche Konsistenz wird in unserer Gesellschaft hoch angesehen. Und das sollte sie auch. Sie bietet uns vernünftige und vorteilhafte Orientierung in der Welt. Meistens ist es besser, wenn wir konsistent handeln. Ohne, würde unser Leben schwer, unregelmäßig und zusammenhanglos.

Und was mich jetzt interessieren würde. Bloggst du regelmäßig?

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25 Kommentare

  • Ich habe 2012 angefangen, kurz vor einem Business Launch...dann wieder aufgehört...dann 2 Jahre später überlegt wieder einen neuen auf Wordpress zu machen. Dann hab ich aber gesehen, dass mein alter Blog noch easy bei Google zu finden war und dort weitergemacht.
    Um diesmal nicht mehr aufzugeben, habe ich offiziell festgelegt, wie oft und wann ich schreibe an welchem Tag, also z.B. 2 x pro Woche...freitags und den zweiten Tag offen gelassen. Nun steht mein zweiter Tag fest....und manchmal überrasche ich mit Zwischenblogs. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Besucheranstieg.
    Kann mich noch nicht auf eine Ecke festlegen.....aber das ist ein anderes Thema ;(
    Freitag ist ein guter Tag, denn die Leute lesen am WE , ich seh es an den Statistiken
  • Hi Vladislav,

    ich bin erst neulich auf deinen Blog gestoßen und habe in der kurzen Zeit schon sehr viele tolle Ideen bekommen und auf meinem neuen Blog angefangen umzusetzen. Die Qualität deiner Posts ist hervorragen! Ich arbeite hart um für die Themen Internet of Things sowie physical computing auf das gleiche Level zu kommen. Vielen Dank für deine Arbeit und Unterstützung!

    Herzliche Grüße,

    Robert
  • Hi Robert,

    cool, freut mich! Ah, mega interessante Dinge!
  • Ich habe am Anfang 2x die Woche gebloggt. Dann wurde es mir neben meinem 100% Job einfach zu anstrengend. Ich habe mittlerweile eine neue Seite und habe mich für ein Mal die Woche verpflichtet. Nebenbei habe ich noch eine Facebook Seite. Für mich ist das genug. Ich will aber noch mehr daraus machen. :-)

    Lieber Gruss
    Jocelyne
  • Hallo Jocelyne,

    ich empfehle immer 1-2 mal die Woche. Langfristig baut man sich so einen autoritären Blog auf.
  • Hi Vladislav,

    aufgrund meiner Kundenprojekte (Websites aufziehen und fürs Onlinemarketing fit machen, sowie Vorträge an Schulungseinrichtungen halten) komme ich einfach nicht mehr zu Schreiben.

    An den Wochenenden würde mir meine Frau aufs Dach steigen wenn ich jetzt wieder vorm Rechner säße ;)

    Daher betreibe ich kosistent Werbung auf bezahltem Weg. Aber der Vergleich von kaltem zu warmen Traffic zeigt leider deutlich, dass mein früherer Ansatz, oft zu schreiben, sich viel positiver auf die Aktionen auf der Website ausgewirkt hat.

    Nun ja, wie sagt man so schön: "Man(n) kann nicht alles haben." ;)


    Schöne Grüße aus Dortmund!
  • Hi Ralf,

    ah, das ist schade. Sobald die 2. Auflage meines affenbuchs steht versuche ich auch Paid Traffic. Aber auf Content Marketing würde ich nie verzichten wollen. Das ist einfach zu kraftvoll.

    Kannst du das nicht irgendwie hinbiegen, dass du wenigstens 1 Artikel die Woche schreibst?
  • Hi Vladislav,
    du hast mich ein wenig verwirrt und zum Lachen gebracht. Du schreibst:
    Es wurde also vor einem zufällig ausgewählten Beobachter ein großes Handbuch auf dem Sand ausgerollt.

    Das macht irgendwie gar keinen Sinn. Meintest du vielleicht, dass da ein Handtuch ausgerollt wurde?
  • Hey Yuliyah,

    haha, wie geil! Ich musste dein Kommentar 3 mal lesen um es zu verstehen.

    Ist gefixt... immer wieder unglaublich wie solche Fehler kaum auffallen. Erst recht mir nicht.
  • Cooler Artikel Mister - und geiler Vergleich!

    Ich habe für mich gemerkt, dass eine Blog-Routine echt super ist. Ich veröffentliche derzeit zwei Artikel pro Woche: Dienstag und Freitag. Das wissen meine Leser mittlerweile und wundern sich dann auch, wenn nichts passiert. Das ist ein echt gutes Commitment und hilft mir regelmäßig gute Inhalte zu liefern. Hier habe ich mal drüber geschrieben: http://anti-uni.com/bloggen-statt-uni/

    Beste Grüße!

    Ben
  • Moin Ben,

    danke dir! Ich habe mich mit dem Hook ein bisschen schwer getan, aber das mit den Spielzeugen fand ich schon ganz nett.

    2 mal die Woche ist ein guter Ansatz. Nachdem die 2. Auflage des affenbuchs fertig ist, mach ich das auch wieder so. 2 ist einfach optimal.
  • Servus,

    Ja die Regelmäßigkeit beim Bloggen ist sehr wichtig. Wenn die Stammleser nicht zur gewohnten Zeit einen Artikel vorfinden ist das, wie wenn die abonnierte Tageszeitung nicht im Briefkasten liegt.

    Auch ich tat mir sehr schwer regelmäßig zu bloggen. Hier kann ich den Tipp geben, dass zumindest mir, ein Redaktionsplan sehr hilft. So setzt man sich auch selbst eine Deadline.

    Gruß
    Jens
  • Hi Jens,

    stimmt genau!

    Hat mir auch gut geholfen. Ich plane immer 6 Monate im Voraus. Das passt.
  • Sehr starker Beitrag!
    Ich muss gestehen, dass ich nicht regelmäßig blogge. Mir fehlt noch die Routine dazu. Aber ich habe mir vorgenommen und auch schon einen Plan dazu aufgestellt, öfters und zu festen Zeiten zu bloggen. Ich denke, wenn man sich Deadlines setzt, kann man sich eher dazu motivieren, regelmäßig Artikel zu veröffentlichen.
  • Ahoi Stefan,

    danke dir!

    Kann ich dir nur raten. Regelmäßiges Bloggen ist echt kritisch. Habe früher nicht so regelmäßig gebloggt und anhand der Statistiken erkennt man das schon stark.

    Jap, Deadline + einfacher Redaktionsplan sollte ausreichen.
  • Hallo,
    ich lese hier auch schon einige Zeit mit und finde deine Posts einfach nur toll haben mir schon sehr geholfen.
    Für mich ist es nicht schwer so ca 5 Blogposts in der Woche zu verfassen für meine Reiseseite, ich sollte aber noch an meiner inhaltlichen Konsistenz arbeiten.


    Viele liebe Grüße
    Julia
  • Hallo Julia,

    dann danke ich dir mal für deine Zeit!

    Das mit der inhaltlichen Konsistenz kenne ich auch. Wir haben einfach so viele Gedanken und so viele verschiedene Ideen...
  • Wie immer, eine affenstarker Beitrag! Deine Newsletter haben wir nicht umsonst abonniert! Weiter so, Vladislav!
  • Danke euch! ;)

    Mach ich, mach ich.
  • Aber sicher blogge ich regelmäßig. Weil ich aber auch einen inneren Schweinehund namens Max habe, der sich manchmal vor allem drückt, was ein wenig Mühe macht und ich ihn besser antreiben kann, wenn eine Deadline grinst, bin ich Mitglied bei den Ironbloggern Franken: Dort muss ich jede Woche mindestens einen Blogpost verfassen. Das ist nicht viel, klar. Aber es hilft. Denn wenn ich den Post versäume, muss ich fünf Euronen in die Bierkasse löhnen.
  • Hi Sylvia,

    haha, den inneren Schweinehund kennen wir doch alle!

    Ich schreibe momentan auch noch 1 tiefgründigen Beitrag pro Woche. Ist zwar auch ein bisschen zu wenig, aber auch mit kleinen, stetigen Tropfen kann man einen autoritären Blog aufbauen.

    Das mit den Euronen gefällt mir. Ist sicherlich gut für die Motivation :)

Was denkst du?